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Verkehr in Friedrichshain

Poller schützen Radfahrer vor Falschparkern

An der Friedrichshainer Tamara-Danz-Straße stehen jetzt Poller. Zuvor hatten täglich Autofahrer die Fahrradwege versperrt.

Erste Testfahrt auf noch kurzer Strecke: Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne), Henning Voget (ADFC), Monika Herrmann (Grüne) (v.l.n.r.).

Foto: Patrick Goldstein

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Berlin.. Es soll das Ende eines Aufregerthemas in Friedrichshain-Kreuzberg und der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) besiegeln: Dienstag früh wurden die ersten von genau 301 sogenannten Leitboys an der Tamara-Danz-Straße nahe der East-Side-Gallery aufgestellt. Die Poller sollen schaffen, was Ordnungsamt und Polizei einfach nicht hinbekamen: Dass Autofahrer dort nicht mehr die Fahrradwege zuparken.

„Es ist verrückt, dass die bereits aufgestellten Schilder nicht reichten“, sagte Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne). Mit Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) unternahm er auf dem Abschnitt eine erste Testfahrt. Geplant ist, die weiß-roten, 50 Zentimeter hohen Absperrungen nördlich der Wanda-Kallenbach-Straße, die zur Mercedes-Benz Arena führt, beidseitig zu installieren. Die Kosten betragen rund 70.000 Euro. Im Vorfeld waren Autos entlang der Strecke abgeschleppt worden. Weitere entsprechende Aktionen wurden am Dienstag erwartet.

Henning Voget, vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Berlin (ADFC) sagte: „Der Regelbruch des Falschparkens nimmt in der Stadt immer neue Formen an.“ Darauf müssten Politik und Verwaltung reagieren, „damit dieser Prozess nicht freien Lauf nimmt“. Schmidt erklärte, es sei „traurig, dass nur so gesichert ist, dass die Radwege geschützt sind“.

Laut ADFC war die Situation an der Tamara-Danz-Straße besonders eskaliert. Seit Ende vergangenen Jahres nahm die Zahl von Tweets mit Bildern und Clips von der Straße zu. In der BVV wurde der zuständige Stadtrat Andy Hehmke (SPD) im Februar aufgefordert, dass das Ordnungsamt einschreiten solle. Der erklärte, die in Zuständigkeit der Bauverwaltung stehende Beschilderung sei fehlerhaft. Da könnten Falschparker Einspruch erheben. In Folge entbrannte ein auch öffentlich geführter Streit mit Baustadtrat Schmidt.

Darüber, warum die Polizei nicht tätig wurde, berichtete in der BVV Bezirksbürgermeisterin Herrmann: „Die Polizei hat (...) gesagt, dass sie die Straße als nicht für wichtig genug erachtet, um dort Recht und Gesetz der Straßenverkehrsordnung umzusetzen, weil es wichtigere Straßen gibt.“ Bleibt zu hoffen, dass das Dauerproblem durch die 70.000-Euro-Maßnahme nun gelöst ist.

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