Drogenhandel

Gewaltkriminalität im Görlitzer Park um 50 Prozent gestiegen

Wie das ARD-Magazin „Kontraste“ berichtet, ist die Zahl der schweren Körperverletzungen sprunghaft angestiegen.

Polizeieinsatz am Görlitzer Park

Polizeieinsatz am Görlitzer Park

Foto: Thomas Peise

Die Berliner Polizei steht im Kampf gegen die Drogen- und Gewaltkriminalität im Görlitzer Park in Kreuzberg auf verlorenem Posten. Das zeigen Recherchen des ARD-Politmagazins „Kontraste“. Demnach sei die Zahl der schweren Körperverletzungen in den ersten fünf Monaten 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent, die Zahl der Raubtaten im selben Zeitraum um 30 Prozent gestiegen, wie „Kontraste“ aus Sicherheitskreisen erfuhr.

Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Die Grünen) erklärte dazu im Interview mit „Kontraste“, in vielen Fällen handele es sich bei den Gewalttaten um Revierstreitigkeiten zwischen Drogendealern. Der Bezirk versuche durch regelmäßige Polizeistreifen im Park entgegen zu wirken. Bei den Dealern handelt es sich oft um Geflüchtete.

Der Görlitzer Park gilt seit Jahren als einer der Hauptumschlagplätze für Drogen in Berlin. Seit Jahren beklagen sich Besucher und Anwohner über Belästigungen durch die Drogenverkäufer. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hatte unlängst den Vorschlag gemacht, Imbissstände an den Eingängen des Park einzurichten, um der Dominanz des Drogenhandels etwas entgegenzusetzen. Der Parkrat, ein Gremium von Anwohnern, erklärte daraufhin, nur einen Imbissstand zulassen zu wollen. Im nächsten Jahr soll es eine dreimonatige Testphase mit klaren Regeln geben. Der Verkauf von Alkohol und Drogen sei strikt verboten, das Angebot dürfe lediglich Getränke sowie Snacks umfassen. Kritiker bezweifeln die Wirksamkeit des Konzepts. „Mit Imbissständen wird sich das massive Drogenproblem im Görlitzer Park nicht lösen lassen“, sagt Kurt Wansner, CDU-Abgeordneter aus Friedrichshain-Kreuzberg.

Mehr dazu in der aktuellen Sendung von „Kontraste“ an diesem Donnerstag um 21.45 Uhr im Ersten.