Immobilien

Protest gegen Verkauf von Sozialwohnungen wohl erfolgreich

Ein Block mit 500 Sozialwohnugnen in Kreuzberg soll an die Deutsche Wohnen verkauft werden. Baustadtrat Schmidt will das verhindern.

An der  Kundgebung nahm auch der Baustadtrat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt (Grüne), teil.

An der Kundgebung nahm auch der Baustadtrat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt (Grüne), teil.

Foto: RubyImages/F. Boillot

Berlin. Gegen den geplante Verkauf ihres 70er-Jahre Wohnblocks an der Ecke Friedrich- und Hedemannstraße in Kreuzberg sind am Freitag rund 100 Anwohner in einer spontanen Demonstration auf die Straße gegangen.

Der Grund: Der Komplex mit seinen rund 500 Wohnungen sollte an diesem Tag an den Immobilienkonzern Deutsche Wohnen verkauft werden. Das jedoch wollen die Mieter unbedingt verhindern, sie befürchten deutliche Mieterhöhungen, wenn die Sozialbindungen für ihre Wohnungen 2027 auslaufen. An der anschließenden Kundgebung nahm auch der Baustadtrat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt (Grüne), teil.

Baustadtrat machte den geplanten Deal öffentlich

„Die Verkaufsverhandlungen des Eigentümers der Sozialwohnungen, einer Kölner Fondsgesellschaft, mit der landeseigenen Gewobag standen kurz vor dem Scheitern“, sagte der Baustadtrat. Deshalb habe er den geplanten Verkauf am Donnerstag über das Internet öffentlich gemacht. „500 Sozial-Wohnungen sollen statt an landeseigene Wohnungsbaugesellschaft an Investoren verkauft werden. Da Milieuschutzgebiet, werden wir Vorkauf zum limitierten Preis prüfen. Langer Rechtsstreit wahrscheinlich“, verbreitete Schmidt über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Proteste offenbar erfolgreich

„Wir appellieren an die Verantwortlichen des verkaufenden Immobilien-Fonds und an die Anteilseigner, die überwiegend aus Privatleuten bestehen: Verhindern Sie, dass über 1500 Menschen in die Immobilienspekulation geraten und Verdrängung befürchten müssen“, sagte Elena Poeschel, Vertreterin einer der Initiativen, die zur Kundgebung aufgerufen hatten.

Offenbar war der Protest erfolgreich: „Vertreter der Fonds-Gesellschaft haben mir gerade mitgeteilt, dass ein Verkauf an die Gewobag wieder möglich ist“, sagte Schmidt am Nachmittag. Dies sei das Ergebnis der heutigen Verhandlungen gewesen. Konkrete Vertragskonditionen müssten jetzt ausgehandelt werden.