Görlitzer Park

Streit um Stellflächen: Dealer greift Dealer mit Messer an

Am Donnerstagabend kam es offenbar zum Streit zwischen zwei Dealern - mit blutigen Folgen.

Erneut kam es im Görlitzer Park in  Kreuzberg zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung.

Erneut kam es im Görlitzer Park in Kreuzberg zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung.

Foto: Thomas Peise

Der Görlitzer Park kommt nicht aus den Schlagzeilen: Am Donnerstagabend hat ein 21 Jahre alter Mann aus Guinea einen 22-jährigen Landsmann in der Kreuzberger Grünanlage mit einem Messer angegriffen und verletzt. Offenbar hatten sich die beiden Männer um einen Verkaufsplatz für Drogen im Park gestritten. Das erfuhr die Berliner Morgenpost aus zuverlässigen Kreisen. Die Polizei wollte diesen möglichen Hintergrund der Tat am Freitag nicht bestätigen.

Nach ersten Ermittlungen wurde der 22-jährige Mann von dem 21-Jährigen angesprochen – er soll ihn aufgefordert haben, den Bereich, in dem er sich aufhielt, zu verlassen.

Wie die Polizei auf Anfrage mitteilte, handelte es sich dabei um einen der Zugänge zu der Grünanlage. Nach dieser Aufforderung verließ der spätere Messerstecher das Gelände für etwa eine Stunde, kam dann aber gegen 21.40 Uhr wieder in den Park zurück. Diesmal soll er ein Messer in der Hand gehalten haben. Als der 22-Jährige flüchtete, soll ihn der Jüngere verfolgt und mit dem Messer an der Wade verletzt haben. Auch der Täter flüchtete anschließend.

Mutmaßlicher Täter festgenommen

Der Verletzte gab gegenüber der Polizei an, dass ihm der Messerstecher flüchtig bekannt sei. Rettungskräfte versorgten den 22-Jährigen und brachten ihn in ein Krankenhaus. Der mutmaßliche Täter wurde am Freitagvormittag festgenommen. Er soll einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden.

Der für die Drogenkriminalität bekannte Park in Kreuzberg war erst vor wenigen Tagen erneut in die Schlagzeilen geraten. An dem berüchtigten Drogenumschlagplatz sollten für die Drogendealer Markierungslinien auf die Wege gesprüht werden. Lediglich auf diesen rosa gekennzeichneten Flächen sollten die Verkäufer stehen und ihre Ware anbieten dürfen. Der Vorschlag des Parkmanagers sorgte bundesweit für Empörung. Auch Innensenator Andreas Geisel (SPD) kritisierte den Vorschlag.

„Das Bezirksamt legitimiert den Drogenhandel nicht“

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg unter Bürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) äußerte sich am Donnerstag schriftlich zu dem Vorgang. „Das Bezirksamt legitimiert den Drogenhandel nicht“, hieß es. Der Parkmanager habe im Rahmen seiner Tätigkeit im Park eigenständig und mit dem Bezirksamt unabgestimmt die farbigen Markierungen auf den Wegen der Grünanlage aufgetragen, hieß es weiter. „Die Maßnahme der Markierungen ist aber nicht vom Bezirksamt beschlossen oder abgesegnet.“

Die verwendete Farbe sei wasserlöslich und werde daher in den nächsten Tagen von selbst verblassen.

Meinung: Nein, ich möchte kein „Nebeneinander“ mit Dealern“!