Obdachlosen-Häuschen

Tiny Houses am Mariannenplatz in Kreuzberg geräumt

Am Mariannenplatz sind am Dienstagmorgen zwei von Obdachlosen bewohnte sogenannte "Tiny Houses" geräumt worden.

Das Familienfest der Linken am Kreuzberger Mariannenplatz im vergangenen Jahr.

Das Familienfest der Linken am Kreuzberger Mariannenplatz im vergangenen Jahr.

Foto: JÖRG KRAUTHÖFER

Berlin. Am Kreuzberger Mariannenplatz sind am Dienstagmorgen zwei von Obdachlosen bewohnte sogenannte "Tiny Houses" geräumt worden. Die Linke in Friedrichshain-Kreuzberg kritisierte die Räumung und machte Stadtrat Florian Schmidt (Grüne) dafür verantwortlich.

Der Fraktionsvorsitzende der Linken in Friedrichshain-Kreuzberg, Oliver Nöll, erklärte in einer Mitteilung: "Die Räumung mag formaljuristisch begründet sein. Sozialpolitisch ist sie fragwürdig und praktisch haben die beiden Häuschen niemanden gestört."

Weiter heißt es in der Mitteilung der Linken, Sozialstadtrat Knut Mildner-Spindler habe sich dafür eingesetzt, die beiden Obdachlosen durch die bezirkliche soziale Wohnhilfe zu beraten. Dies sei in der Kürze der Zeit aber nicht gelungen. "Auch das hätte zumindest für ein Aussetzen der Räumung gesprochen", so Nöll.

Das am 1. Mai auf dem Mariannenplatz stattfindende Familienfest sei keine Begründung für die Räumung. Die Linke als Veranstalter habe deutlich gemacht, dass sie in Bezug auf Bühne und Sicherheit keine Bedenken wegen der beiden Häuser habe.

Nöll weiter: "Florian Schmidt stellt die Grundlage der vertrauensvollen Zusammenarbeit der Parteien, die das Bezirksamt in Friedrichshain-Kreuzberg tragen, in Frage. Wir werden über Konsequenzen beraten müssen".