Entdeckungen

Kultur von Amts wegen

Ausstellungen, Bühne, Bildung: Der Bezirk macht ständig Programm - oft bei freiem Eintritt. Ein Überblick.

Kulturstadträtin Clara Herrmann will Kunst und Kultur im Bezirk fördern.

Kulturstadträtin Clara Herrmann will Kunst und Kultur im Bezirk fördern.

Foto: Reto Klar

Es ist das große Kapital des Bezirks: Die Kultur zieht Berliner und Touristen nach Friedrichshain-Kreuzberg. Doch neben den etablierten Theatern, Clubs und Museen, die in der Regel Eintritt nehmen, gibt es eine Reihe von Veranstaltungsorten, die in der Hand des Bezirks sind. Dort erlebt man meist nicht minder sehens- und hörenswerte Kunst - allerdings oft kostenlos. Das Amt für Weiterbildung und Kultur im Bezirksamt hat jetzt eine Übersicht der Einrichtungen vorgelegt.

Die Karte liegt als Flyer in den aufgeführten Häusern zum Mitnehmen aus. Größere Mengen können über die Pressestelle (presse@ba-fk.berlin.de) angefordert und auf der Bezirksamtsseite angeschaut werden (www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg).

Auf den Weg gebracht hat die Karte Kulturstadträtin Clara Herrmann (Grüne). Gefragt, worin sich das Kulturangebot ihres Bezirks von anderen unterscheidet, sagt sie, in Friedrichshain-Kreuzberg seien kommunale Kulturangebote niedrigschwellig und experimentierfreudig. Sie griffen Themen und Fragestellungen auf, die sich im Bezirk wiederfinden. "Aber Friedrichshain-Kreuzberg ist ein hoch verdichteter Innenstadtbezirk: Das bedeutet wenig verfügbare Räume bei einer gleichzeitig hohen Nachfrage. Daher sollten die Angebote im Bezirk weiter ausgebaut werden. Die Karte zeigt zum Beispiel, dass für Anwohnerinnen und Anwohner mancher Kieze unsere kommunalen Kulturangebote nur schwer zu erreichen sind."

Persönliche Empfehlungen Herrmanns sind ab dem 6. April der Start der neuen Reihe "Kiez und Kuchen" in der Pablo-Neruda-Bibliothek (G), bei der sich an jedem ersten Sonnabend im Monat spannende Projekte aus der Nachbarschaft vorstellen, und am 10. April die Lesung von Ulrike Gerold und Wolfram Hänel aus ihrem Roman "Allee unserer Träume" über die Entstehungsgeschichte der Karl-Marx-Allee.

Hier ein Überblick aller Kulturorte und ihrer Schwerpunkte. Zum Kennenlernen, Vorbeischauen, Ausprobieren:

A Der Kunstraum Kreuzberg/Bethanien ist Ort für Projekte der kulturellen Bildung. Künstler präsentieren ihre Auseinandersetzung mit aktuellen Strömungen und Entwicklungen in der Gesellschaft. Am 25. Januar ist ab 19 Uhr Vernissage der Schau "Persisting Realities" mit 17 Künstlern, die im Rahmen des Festivals CTM 2019 ausstellen.
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Mariannenplatz 2, Kreuzberg, Tel. 902 981 454, kunstraumkreuzberg.de, täglich 11–20 Uhr, Eintritt frei

B Im Erdgeschoss des markanten Nordturms am Frankfurter Tor steckt Kultur. Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist dort die Galerie im Turm zu finden. Vor allem in Berlin lebende Künstler werden ausgestellt. Bis zum 3. März sind dort Arbeiten von Julischka Stengele zu sehen. Unter dem Titel "Fat femme furious" setzt sie sich mit unterschiedlichem Körperempfinden auseinander - eine weitere Empfehlung von Clara Herrmann. Galerie im Turm, Frankfurter Tor 1, Kreuzberg, Tel. 422 94 26, galerie-im-turm.net, Mo.–So. 11–20 Uhr, Eintritt frei

C Im Ballhaus Naunynstraße liegt das Gewicht seit 2008 auf Kulturproduktionen mit postmigrantischem Hintergrund. Es ist ein Ort für Experimente und Nachwuchsförderung. Am 26., 28. und 29. Januar sind etwa Soloperformances des in Griechenland geborenen Schauspielers Michail Fotopoulos zu sehen. Am 2. Februar wird die Zukunft eines zunehmend restriktiven Brasiliens diskutiert.
Ballhaus Naunynstraße, Naunynstr. 27, Kreuzberg, Tel. 030 754 537 25, ballhausnaunynstrasse.de, Kasse Mo.–Sbd. 17.30–20 Uhr, So. 16.30–19 Uhr

D Das Kulturhaus "Alte Feuerwache" bietet Projektraum, etwa für Ausstellungen und Studiobühne. Besucher erleben Kunst in jener Halle, wo seit der Errichtung des Gebäude 1884 die Spritzenwagen standen. Zu sehen sind Gastspiele und freie Gruppen, Berliner Künstler und Newcomer. Die Nutzung reicht von der Tagung zur Berliner Altenpflege bis zur komödiantischen Schau der klassischen Musikerinnen von "Les Troizettes".
Kulturhaus Alte Feuerwache, Marchlewskistr. 6, Friedrichshain, Projektraum Di.–Do. 11–19 Uhr, Fr.–So. 12–20 Uhr, Eintritt frei

E Das Friedrichshain-Kreuzberg-Museum (FHXBMuseum) ist Resultat der Zusammenführung von Kreuzberg Museum und Heimatmuseum Friedrichshain. Im ehemaligen Fabrikgebäude an der Adalbertstraße ist darüber hinaus Platz für Veranstaltungen und Ausstellungen, etwa die Schau über Abriss und Aufbruch am Kottbusser Tor unter dem Titel „Geschichte wird gemacht!“
FHXB Museum, Adalbertstraße 95A, Kreuzberg, www.fhxb-museum.de, Öffnungszeiten Ausstellungen: Di.–Fr. 12–18 Uhr, Sbd., So 10–18 Uhr, Eintritt frei

F Der "Friedhof der Märzgefallenen" ist Ausstellungs- und Gedenkort zugleich. 255 Opfer der Berliner Märzrevolution 1848 sind dort begraben, zudem Opfer der Revolution 1918/19. Heute fungiert vor dem Areal ein 30 Meter langer Seecontainer als Ausstellungspavillon und Info-Zentrum. Jeden ersten und dritten Sonntag im Monat gibt es um 14.30 Uhr kostenlose Führungen.
Friedhof der Märzgefallenen, Ernst-Zinna-Weg 1, Friedrichshain, Tel. 214 727 23, friedhof-der-maerzgefallenen.de, Do.–Di. 10–18 Uhr, Eintritt frei

G Die Pablo‑Neruda‑Bibliothek ist die Zentralbibliothek im Bezirk. Dort sind rund 100.000 Medien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene verfügbar. Besonderheiten sind Musikbibliothek, Musikübungsraum, Instrumentenausleihe, Artothek, Gaming Zone und Werkraum.
Pablo-Neruda-Bibliothek, Frankfurter Allee 14 A, Friedrichshain, Tel. 902 985 750, Mo.–Do. 10–19 Uhr, Fr. 10–17 Uhr, Sbd 11–16 Uhr

H Die Wilhelm‑Liebknecht‑/Namik‑Kemal‑Bibliothek spezialisiert sich auf Sprach‑ und Leseförderung und bietet Hausaufgabenhilfe. Markant ist die breite Auswahl internationaler Kriminalromane im Kriminal‑Kabinett.
Wilhelm-Liebknecht-/Namik-Kemal-Bibliothek, Adalbertstraße 2, Kreuzberg, Tel. 505 852 25/27, Mo.–Do. 11–19 Uhr, Fr. 11–17 Uhr

I Die Friedrich-von-Raumer-Bibliothek hat digitale Medien und Bücher und ist von gemütlicher Überschaubarkeit.
Friedrich-von-Raumer-Bibliothek, Dudenstraße 18–20, Kreuzberg, Tel. 505 876 13 Mo., Di., Do. 13-19 Uhr, Mi., Fr. 11-17 Uhr

J Die Else-Ury-Bibliothek im denkmalgeschützten Gebäude hat eine mehr als 100-jährige Geschichte.
Else-Ury-Familienbibliothek, Glogauer Straße 13, Kreuzberg, Tel. 225 026 13, Mo., Do. 13-18 Uhr, Di., Fr. 12-17 Uhr, Mi. geschlossen

K Die Mediothek der Carl-von-Ossietzky-Schule korrespondiert mit deren pädagogischem Programm.
Schulbibliothek Carl-v.-Ossietzky-Schule, Blücherstr. 46–47, Kreuzberg, Tel. 225 027 71 36, Mo., Di., Do. 8–14 Uhr, Fr., 11–14 Uhr, Mi. nach Vereinbarung

L Zwei Niederlassungen der Volkshochschule befinden sich in Friedrichshain und Kreuzberg.
Gilberto-Bosques-Volkshochschule, Frankfurter Allee 37, Friedrichshain, Anmeldung Di. 10–12 Uhr, 15–18.30 Uhr und Wassertorstraße 4, Kreuzberg, Anmeldung Do. 10-12 Uhr und 15-18.30 Uhr

M Zur Musikschule des Bezirks zählen 170 Lehrer. Das Programm reicht von musikalischer Früherziehung bis zu individuellem Unterricht, umfasst Einführung in Studiotechnik, Dirigieren und Komposition.
Musikschulen Friedrichshain-Kreuzberg, Mariannenplatz 2, Kreuzberg, Sprechzeit Di. 10–12 Uhr Do. 14–18 Uhr und Zellestraße 12, Friedrichshain, Tel. 902 981 431, Sprechzeit Do. 16–18 Uhr