Kontrollen

Viele Gastronomen bei der Hygiene unerfahren

Bezirksstadtrat Andy Hehmke (SPD) spricht über Methoden und Herausforderungen der Lebensmittelaufsicht in seinem Bezirk.

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Berlin - Kreuzberg. Die Nachricht hatte im vergangenen Monat für Schlagzeilen gesorgt. Bei Kontrollen von Cafés, Lokalen und Bäckereien durch die Lebensmittelüberwachungsbehörden der zwölf Berliner Bezirke fiel 2017 fast jeder fünfte Anbieter durch. Insgesamt waren es 2452 Fälle. Andy Hehmke (SPD), Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Ordnung, Schule und Sport hat aus diesem Anlass einen Antwortenkatalog veröffentlicht, der Bürgern die Vorgehensweise der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Ordnungsamtes vorstellt und die Besonderheit der Wirte seines Bezirks im Vergleich zu anderen Berliner Kiezen darstellt.

Andy Hehmke über die Vorgehensweise der Lebensmittelüberwachung: Die Kontrolleure des Bezirksamts überprüfen bei sogenannten "Plankontrollen" unangekündigt Betriebe. Die Kontrolldauer beträgt im Durchschnitt zwei Stunden. Kontrolliert werden neben der Betriebshygiene etwa Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit der Lebensmittel, räumliche Gegebenheiten, die Ausstattung der Räume und die Fachkenntnisse des Personals. Dabei wird zum Beispiel geprüft, ob sie europäische Bestimmungen einhalten können: Laut Gesetzgebung sollen Lebensmittelbetriebe die Anforderungen an die Lebensmittelhygiene durch ein eigenes Eigenkontrollsystem sicherstellen. Zweck der Kontrollen durch die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht sind laut EU-Vorgabe die Überprüfung der Wirksamkeit der Eigenkontrolle der Betriebe.

...über die Häufigkeit der Kontrollen: Die Kontrollfrequenz für die Plankontrollen ergibt sich aus verschiedenen Risikofaktoren. Die Kontrollfrequenz kann zwischen einmal wöchentlich und drei Jahren liegen.

...über Nachkontrollen: Es gibt mehrere Gründe für Nachkontrollen. Dies können etwa hygienische oder bauliche Mängel, Mängel in der Ausstattung der Räume, fehlende oder unvollständige Dokumente wie Eigenkontrollunterlagen und Lieferscheine sowie Kennzeichnungsmängel sein.

...über die Besonderheit von Lebensmittelbetrieben im Szenebezirk Frierdrichshain-Kreuzberg: Viele der Inhaber und Mitarbeiter sind Quereinsteiger, die vorher nicht mit Lebensmitteln gearbeitet haben. Ihnen fehlen oft Fachkenntnisse im korrekten Umgang mit Lebensmitteln. Es fehlt beispielsweise an Wissen über relevante Gesetze und Regelungen. Hinzu kommt die hohe Fluktuation der Betreiber. Während Gewerbemietverträge früher meist über mehrere Jahre abgeschlossen wurden, haben manche Lebensmittelbetriebe heutzutage mehrmals im Jahr neue Betreiber.

...über die unterschiedlichen Arten von Kontrollen: Neben den regelmäßigen Kontrollen gibt es Nachkontrollen, Schwerpunktkontrollen, Beschwerdekontrollen und Transportkontrollen.

...über Strategien für Neueinsteiger: Vor Eröffnung eines Lebensmittelbetriebes sollte sich der Betreiber informieren und beraten lassen. Durch eine Abnahmekontrolle können zudem Beanstandungen, zum Beispiel über fehlende Waschbecken und Mängel in der Raumaufteilung im Vorfeld vermieden werden. Sie erst nach Eröffnung etwa eines Lokals zu beheben, ist meist deutlich schwieriger und teurer.

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