Verkehr

Zwölf Jahre Bauzeit: Ostkreuz startklar für Fahrplanwechsel

Am Ostkreuz steigen im Durchschnitt täglich 123 000 Menschen ein, aus oder um. Es ist der größte Nahverkehrsknotenpunkt Berlins.

Ein Regionalzug fährt aus Richtung Ostkreuz kommend am historischen Wasserturm vorbei.

Ein Regionalzug fährt aus Richtung Ostkreuz kommend am historischen Wasserturm vorbei.

Foto: dpa

Berlin. Großer Bahnhof am Ostkreuz: Erstmals in der langen Geschichte des Bahnknotens im Berliner Osten hat am Mittwoch dort ein ICE der Deutschen Bahn Halt gemacht. Allerdings war dies kein regulärer Fernzug, sondern ein Sonderzug, mit dem Bahnchef Richard Lutz sich gemeinsam mit Politikern aus Berlin und Brandenburg sich zuvor einen Überblick über die wichtigsten Bahnprojekte in der Hauptstadtregion verschaffte hatte.

Krönender Abschluss der Tour, die zuvor unter anderem zur geplanten Neubautrasse Züge zum BER und zum Bahnhof Schöneweide führte, sollte das Ostkreuz sein. Seit zwölf Jahren wird die Station, die laut Lutz nach der Anzahl der Zughalte die verkehrsreichste in ganz Deutschland ist (aktuell stoppen hier bis zu 1512 Züge am Tag), komplett umgebaut und modernisiert. Zum anstehenden Fahrplanwechsel am Sonntag sollen dort zumindest allen verkehrstechnischen Anlagen fertiggestellt sein.

„Danke für Ihre starke Nerven“, sagte der Bahnchef bei der kleinen Feierstunde am Gleis 6 speziell an die Bahnkunden gewandt, die in den vergangenen Jahren immer wieder unter teils langwierigen Bau-Sperren, Ersatzverkehr und anderen Unannehmlichkeiten leiden mussten

Doch das Warten hat sich aus seiner Sicht gelohnt. „Der Berliner Osten bekommt jetzt einen wirklich zeitgemäßen Verkehrsknotenpunkt“, sagte Lutz, der einst in der Nähe des S-Bahnhofs Birkenstein wohnte und daher selbst regelmäßig am Ostkreuz umsteigen musste. „Den Stand, an dem man selbst um 22 Uhr noch eine Bratwurst bekam, habe ich gut in Erinnerung“, sagte er. Doch ansonsten müsse keiner dem alten Ostkreuz nachtrauern.

Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember erhält die S-Bahn wieder vier statt zwei Gleise in Richtung Westen. Nach den Pannen Anfang November ist inzwischen auch die neue Signal- und Zugsicherungstechnik dafür in Betrieb. Am Sonnabend wird die S-Bahn das System mit dem maximal möglichen Zugprogramm testen. „Damit wir ganz sicher, dass am Montag im Berufsverkehr alles klappt“, so S-Bahnchef Peter Buchner.

Der Regionalverkehr erhält einen weiteren Bahnsteig. Dort werden künftig die Züge der wichtigen Regionalbahnlinien RB12 (aus Templin), RB25 (nach Werneuchen) und RB26 (Berlin – Küstrin) halten. Für Brandenburgs Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse eine wichtige Verbesserung vor allem für die vielen Pendler aus dem Umland. Ob künftig auch reguläre ICE am neuen Ostkreuz halten, ließ Bahnchef Lutz noch offen. „Das muss unser Personenverkehr am Ende entscheiden.“ So werden dort vorerst weiter nur die Fernzüge vom privaten Konkurrenten Flixtrain stoppen.

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