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Razzia an Rigaer Straße

Wofür das SEK Trennschleifer, Turnmatten und Leitern braucht

560 Beamte hatten am Donnerstagmorgen mehrere Durchsuchungsbeschlüsse im Stadtgebiet vollstreckt. Mit allerhand Utensilien.

Bei ihrem Einsatz führte die Berliner Polizei allerhand technisches Gerät mit sich – auch schwere Leitern, um in obere Stockwerke zu kommen.

Foto: Thomas Peise

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Berlin. Als die Polizei am Donnerstagmorgen zur Razzia an der Rigaer Straße 94 anrückte, war auch das Spezialeinsatzkommando mit im Einsatz. Die vermummten Beamten kamen mit Maschinenpistolen, Rammböcken, Trennschleifern, Leitern und speziellen Schutzschilden. Auf Bildern sieht man Beamte, die mit Turnmatten das Haus betreten und wieder verlassen. Diese Matten sollen den Beamten als Schutz dienen. Über der Einsatzstelle kreiste zudem ein Hubschrauber und auf den angrenzenden Dächern wurden Beamte postiert. Vor dem Haus an der Rigaer Straße wurde eine kleine Sperrzone gezogen, die niemand betreten durfte. Die Straße selbst wurde für die Dauer des Einsatzes abgesperrt.

Das Ziel der Durchsuchungen war eine Wohnung in einem oberen Geschoss im Hinterhaus. Die Wohnungen in dem Objekt sollen teilweise miteinander verbunden sein. Das Treppenhaus soll baulich verändert worden sein. Außerdem ist es nicht möglich, das Hinterhaus ohne Weiteres zu erreichen, da die Durchfahrt von den Bewohnern gesichert und verbaut worden war. Mit diesen Beschaffenheiten vor Ort begründet die Polizei auch den erheblichen Einsatz an technischen Hilfsmitteln – und den Einsatz der Turnmatten als Schutz..

Polizei mit mehr Kräften im Stadtgebiet unterwegs

Dass das SEK mit in den Einsatz geschickt wurde, begründet man behördenintern damit, dass die Rigaer Straße ein Treffpunkt der linksextremen Szene ist und man mit erheblicher Gegenwehr zu rechnen habe. In der Vergangenheit war es immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen. Am Donnerstagmorgen bestätigten sich die Befürchtungen allerdings nicht. Zu Übergriffen auf Beamte kam es nicht. Der Einsatz verlief laut Polizei ohne weitere Zwischenfälle und störungsfrei.

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Allerdings befürchtet man behördenintern, dass es in den kommenden Tagen zu Folgestraftaten, als Reaktion auf die Razzia am Donnerstagmorgen, kommen kann. Möglich sind laut Lageeinschätzung der Polizei etwa Brandstiftungen an Fahrzeugen und Sachbeschädigungen. Aus diesem Grund wird die Polizei in den kommenden Tagen mit mehr Beamten in der Stadt unterwegs sein. Personell sieht die Behörde sich dafür gut aufgestellt, da in der Stadt in den kommenden Tagen auch keine Großveranstaltungen, die Kräfte binden würden, stattfinden.

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