„Wohnpanorama“

Drei Neubauten und ein Hotel am Gleisdreieck

In Kreuzberg entstehen 167 neue Wohnungen und Gewerberäume. Auf dem Gelände stand früher der Club „90 Grad“.

U-Bahnstation Gleisdreieck

U-Bahnstation Gleisdreieck

Foto: Martin Niewendick

Berlin. Eines der letzten Bauvorhaben am Gleisdreieck beginnt. Drei Wohngebäude und ein Hotel errichtet die Klarbau GmbH an der Dennewitzstraße 36–40, auf dem sogenannten Baufeld Süd. Das Besondere: Die Häuser entstehen dicht an der Hochbahntrasse der U-Bahnlinie 1. Am 7. November wird der Grundstein gelegt. „Wohnpanorama“ heißt das Projekt.

Auf dem kleineren Grundstücksteil nördlich des U-Bahnviadukts entsteht das Hotel mit etwa 160 Zimmern. Südlich sind die Wohnhäuser geplant, die mäanderförmig aneinandergereiht sind. 167 Wohnungen sollen so entstehen. Im Gebäudetrakt nahe der U-Bahn liegen die 67 Mietwohnungen. 19 davon sollen eine Mietpreisbindung haben und für eine Nettokaltmiete von 6,50 Euro je Quadratmeter vergeben werden. Außerdem sind 100 Eigentumswohnungen und zwei Gewerbeeinheiten geplant. Auch eine größere Tagespflegestelle für Kleinkinder wird auf Wunsch des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg entstehen. Geplant ist außerdem eine unterirdische Tiefgarage. Sie soll dann künftig von den Bewohnern der Häuser und von den Hotelgästen genutzt werden.

Auf dem Gelände stand früher der Club „90 Grad“

Die siebengeschossigen Neubauten stehen künftig zwischen dem Park am Gleisdreieck und den Altbauten auf der anderen Seite der Dennewitzstraße. Zu ihnen gehört das Haus Dennewitzstraße 2. Durch dessen mittlere Etagen verläuft der Tunnel, in dem mehrere Hundert Mal am Tag die Züge der U1 rollen. Mit dem Gelände ist auch ein Stück Berliner Club-Geschichte verbunden. An der Dennewitzstraße 37, nahe der Kurfürstenstraße, hatte mehr als 20 Jahre das legendäre „90 Grad“ sein Domizil.

Die Planungen für das Neubau-Vorhaben und die Abstimmung mit dem Bezirksamt haben mehr als fünf Jahre gedauert. 2017 stimmte die Bezirksverordnetenversammlung dem Bebauungsplan zu. Doch es gibt Kritik. Der Anteil an bezahlbarem Wohnraum sei gering, meinte Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne). „Das Projekt ist aus meiner Sicht keine große Hilfe für den dringenden Bedarf auf dem Wohnungsmarkt für diejenigen, die sich kaum eine eigene Wohnung leisten können.“ Doch man müsse das akzeptieren, „und alle, die einziehen, willkommen heißen“, so Schmidt.

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