Verkehr in Friedrichshain

Neuer Radweg in Berlin erntet Spott

Die Fahrradspur an der Warschauer Straße Ecke Frankfurter Allee weist starke Mängel auf und schickt Radfahrer über starke Bodenwellen.

Die Fahrradspur an der Warschauer Straße Ecke Frankfurter Allee weist starke Mängel auf und schickt Radfahrer über starke Bodenwellen.

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Berlin. In Friedrichshain-Kreuzberg haben die Lokalpolitiker vor allem die Radfahrer im Blick. Jetzt gab es über Twitter zahlreiche Proteste über Teile des Radweges an der Frankfurter Allee. Am U-Bahnhof gleicht die Strecke einer Buckelpiste. Die Baufirma, die den Weg erst jüngst fertigstellte, muss nun nacharbeiten.

Ein Twitter-Nutzer textete Anfang der Woche zu einem angehefteten Foto: "Kennt Ihr schon den nagelneuen "Radweg" Frankfurter Ecke Warschauer? Ist vor ein paar Tagen fertig geworden. War wirklich eine tolle Idee, Temposchwellen auch mal auf dem Radweg einzubauen. Nächstes Mal bitte farbig markieren. Oder ein Schild "Radwegschäden" gleich mitbestellen."

Was er ironisch als Temposchwellen bezeichnete, sind tatsächlich Wellen in der Radfahrwegdecke. Ein anderer Twitterer meinte in einer direkt an die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann und Baustadtrat Florian Schmidt (beide Grüne) adressierten Nachricht: "Man wird gut durchgeschüttelt. Was ist da los bei der Qualitätssicherung? Das wird doch noch korrigiert, oder?"

Herrmann (Grüne) antwortete daraufhin: "Bin auch irritiert - muss nachfragen." Schmidt schrieb: "Bin dabei, das zu klären." Denn der Fall war in der zuständigen Abteilung offenbar längst bekannt. Wie bei jedem Bauwerk muss es auch für einen Radweg eine Bauabnahme geben. So hatte der Auftraggeber, das Bezirksamt, vor Ort die Strecke inspiziert. Dabei waren bereits die erheblichen Mängel in der Ausführung aufgefallen. Die beauftragte Baufirma war daraufhin dazu verpflichtet worden, den verpfuschten Weg nachzubessern. Dies wird laut Sprecherin Sara Lühmann in den "kommenden Wochen geschehen".

Der Bauauftrag ist Teil eines Radverkehrsplans. Angesichts vorliegender BVV-Beschlüsse, Anregungen von Radverkehrsverbänden und aus der Bevölkerung waren 49 Projekte im Januar bekannt gegeben worden. Anlass für die Arbeiten auf der Frankfurter Allee waren die beengten Verhältnisse, die zu Konflikten zwischen Radfahrenden und Fußgängern geführt hatten.

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