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Wieviel mehr verdient der Eigentümer am Postscheckamt?

Vertreter von SPD und Linke wollen vom Bezirksamt wissen, wie der Kompromiss zwischen Bezirk und Christoph Gröners CG-Gruppe aussieht

Das Postscheckamt am Halleschen Ufer in Kreuzberg

Das Postscheckamt am Halleschen Ufer in Kreuzberg

Kreuzberg. Nächste Runde in der Auseinandersetzung um das Großprojekt Postscheckamt am Halleschen Ufer in Kreuzberg. Zwischen Bezirk und Investor wurde ein Kompromiss ausgearbeitet, wie und was dort gebaut werden soll. In der Bezirksverordnetenversammlung will man jetzt wissen wie dieser aussieht.

Hintergrund: Entgegen der ursprünglichen Absprache hatte der Eigentümer des ehemaligen Postgebäudes, die CG-Gruppe von Christoph Gröner, dem Bezirk mitgeteilt, dass man das Verhältnis von Gewerbe und Wohnen, unter anderem zu gedämpften Preisen, verändern wolle. Angesichts eines drohenden Verlusts von 5000 Quadratmetern bezahlbaren Wohnraums bremste der Bezirk das Projekt aus. Nach öffentlichem Streit, nicht zuletzt zwischen Gröner und Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne), sollte unter Vermittlung der zuständigen Senatsverwaltung ein Kompromiss gefunden werden.

Bezirksamt soll den Kompromiss darstellen und erläutern

Nach einer Überschlagsrechnung von John Dahl (SPD), stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Stadtplanung und Bauen, würde dieser noch nicht offiziell verbreitete Kompromiss der CG-Gruppe einen Mehrertrag von 70 Millionen Euro bringen. In der kommenden BVV-Sitzung im November wird den Verordneten ein Dringlichkeitsantrag Dahls und Lothar Jösting-Schüßlers (Linke) vorliegen. Das Bezirksamt soll beauftragt werden, der BVV bis zur dann folgenden Sitzung den aktuellen Kompromiss zwischen Bezirksamt und der CG-Gruppe darzustellen und zu erläutern.

Dahl zufolge würden im Postscheckamt-Komplex etwa 74.000 Quadratmeter an Dienstleistung und Gewerbe vergeben, 30.000 Quadratmeter für gefördertes Wohnen. Im ursprünglichen Plan war das Verhältnis umgedreht. Darin wären aber auch Eigentumsswohnungen vorgesehen gewesen. Im Kompromiss-Plan dagegen ist einzig gefördertes Wohnen in Hand der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Degewo vorgesehen.

Dahl kritisiert den Kompromiss.

Weniger Wohnraum bedeute weniger Geld für Kita und städtebauliche Leistungen. Auch die Eigentumswohnungen in der bisherigen Planung hätten ihren Zweck gehabt, da sie die Nachfrage nach bestehenden Wohnungen im Bezirk und in Berlin reduzieren. "Es wurde einfach schlecht verhandelt", urteit Dahl.

Explizit wollen er und Jösting-Schüßler vom Bezirksamt wissen, wie der Nutzungsmix Wohnen/Gewerbe aufgeteilt ist, inwiefern sich der Anteil öffentlichen Wohnens verändert hat, insbesondere unter Berücksichtigung der sogenannten preisgedämpften Familienwohnungen, und wie sich die Änderung auf die Bedarfe der sozialen Infrastruktur auswirken werden, etwa Kita und Schulplätze. Über ihren Dringlichkeitsantrag wird voraussichtlich in der nächsten BVV-Sitzung am 28. November abgestimmt.