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Bergmannkiez

Noch mehr Sitzgelegenheiten in der Bergmannstraße

Die Bergmannstraße in Kreuzberg soll zur "Begegnungszone" umgestaltet werden. Anwohner stehen dem Umbau kritisch gegenüber.

Passanten sitzen an der Bergmannstraße auf Parklets

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Friedrichshain-Kreuzberg. In der kommenden Woche treffen die Lieferwagen mit neuen Sitz- und Liegegelegenheiten in Berlin ein. Am 8. Oktober wird in Kreuzberg mit dem Aufbau begonnen. Markanteste Elemente sind die 19 „Aufenthaltsmodule“, die die Straße zur „Begegnungszone“ machen sollen. Anwohner befürchten zusätzlichen Lärm und mehr Müll. Vor mehrheitlich kritischem Publikum präsentierten am Donnerstagabend Bezirks- und Senatsvertreter im Columbia Theater Pläne für eine umgestaltete Bergmannstraße.

Rund 150 Mieter, Eigentümer und Gewerbetreibende hatten sich am Columbiadamm eingefunden. Als Referenten waren Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne), Horst Wohlfarth von Alm, Referatsleiter bei der Verkehrssenatorin, sowie Vertreter des Architektenbüros „A24“ erschienen.

Sie erläuterten die Pläne: Die Aufenthaltsmodule werden zwischen der Einmündung Am Tempelhofer Berg und der Kreuzung Friesenstraße, Zossener Straße aufgestellt. Die norwegischen Fabrikate sind im Gegensatz zu den im März aufgestellten zwei Parklets (Preis: je rund 50.000 Euro) keine Sonderanfertigungen. So wird die Umgestaltung der Bergmannstraße trotz der großen Zahl von Modulen relativ geringe Kosten von 500.000 Euro verursachen. Die alten Parklets werden abgebaut.

Testphase bis Ende 2019

Die neuen Module sind unterschiedlich gestaltet. Neben Sitz-, Picknick- und Arbeitsmöglichkeiten sind sogar Liegen vorgesehen, was bei Anwohnern teils Heiterkeit, teils Besorgnis hervorrief. Daniela Behrend, eine Mutter, die an der Ecke Nostitz- und Bergmannstraße wohnt, berichtete am Rande der Veranstaltung, schon auf den bestehenden Parklets hätten Menschen wochenlang campiert. „Man konnte nicht die Fenster öffnen, so laut war es. Und nachts wachte man auf, weil da unten Party gemacht wurde.“ An einem Morgen hab e sie ihr Kind zur Schule gebracht und mit ansehen müssen, wie sich ein Mann eine Spritze setzte.

Anwohner Stefan Kohte dagegen sagte, er freue sich auf die Umgestaltung. „Damit wird das Zweite-Reihe-Parken hoffentlich aufhören.“ Neben mehreren Querungsmöglichkeiten wird die Fahrbahn auf 6,50 Meter verengt und Tempo 20 eingeführt. Applaus gab es für die Installation von Fahrradbügeln für 232 Räder. Die Testphase endet im November 2019. Dann werden die Reaktionen der Bürger ausgewertet. Die Bezirksver­ordnetenversammlung entscheidet anschließend über eine dauerhafte Fortsetzung.

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