Friedrichshain

Anwohner starten Petition gegen Kriminalität am RAW-Gelände

Das RAW-Gelände in Friedrichshain hat sich zu einem Kriminalitätshotspot entwickelt. Viele Anwohner wollen das nicht länger hinnehmen.

Das RAW-Gelände in Friedrichshain ist ein Party-Hotspot mit einem Kriminalitätsproblem

Das RAW-Gelände in Friedrichshain ist ein Party-Hotspot mit einem Kriminalitätsproblem

Foto: Paul Zinken / dpa

Rund um das als Party-Kiez beliebte RAW-Gelände haben in den vergangenen Monaten Gewalt, Drogenhandel und Diebstahl massiv zugenommen. Die Zahl der Drogendelikte schnellte nach Angaben der Senatsinnenverwaltung im vergangenen Jahr auf 1117 Fälle in die Höhe. Ende Februar wurde in der Revaler Straße ein Nigerianer vor einem Imbiss erstochen. Nach Angaben der Polizei kam der Mann aus der Drogenszene. Im August wurde die Sängerin der Rockband Jennifer Rostock angegriffen, ihr Begleiter mit einem Messer am Hals verletzt.

Für viele Anwohner scheint das Maß jetzt voll zu sein. Die Initiative "Die Anrainer" hat eine Petition gestartet und fordert von der Politik und insbesondere von Innensenator Frank Henkel (CDU) konkrete Maßnahmen, um die Sicherheit im Kiez zu verbessern. Die Problematik des Drogenhandels sei "sehr komplex", heißt es in der Petition. Und weiter: "Die Zustände ähneln denen am Görlitzer Park... Zu manchen Tageszeiten stehen bis zu 60 Dealer auf den rund 600 Metern zwischen Bahnhof Warschauer Straße und der Revaler Straße/Ecke Libauer Straße."

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Viele Dealer hielten sich auch in den Wohngebieten bis hin zum Boxhagener Platz auf, Drogen würden in Blumenbeeten und vor den Häusern versteckt. Es komme immer öfter zu nächtlichen Polizeieinsätzen, Überfällen, Taschendiebstählen und Körperverletzungen direkt im Wohngebiet. Nachbarn würden bedroht, weil ihre Anwesenheit Drogenverkäufe in Hauseingängen verhindere.

Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) werfen die "Anrainer" Untätigkeit vor. Gefordert werden mehr Polizeipräsenz, eine bessere Ausstattung der Beamten und ein Sondestaatsanwalt für das Quartier.

Für ihr Anliegen nutzen die "Anrainer" die Internetplattform openPetition, die nach eigenen Angaben in Deutschland, Österreich und der Schweiz fast drei Millionen Nutzer hat. Die Petition in Friedrichshain läuft noch bis zum 1. Mai, sowohl online als auch über Unterschriftenlisten. Von openPetition wurde ein Quorum von 2700 Unterschriften berechnet. So viele seien nötig, damit die Plattform eine Stellungnahme von den Verantwortlichen einholen könne, heißt es auf der Seite.

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