Antisemitische Pöbeleien

Strafverfahren nach Hitlergruß bei Demo in Berlin

Das JFDA veröffentlichte auf Facebook Fotos von der israelfeindlichen Demonstration am Rande einer Filmvorführung anlässlich der israelkritischen „Israeli Apartheid Week“

Das JFDA veröffentlichte auf Facebook Fotos von der israelfeindlichen Demonstration am Rande einer Filmvorführung anlässlich der israelkritischen „Israeli Apartheid Week“

Foto: JEDA e.V./Facebook

Vor dem Kino Moviemento wurden Israel-Sympathisanten von mehreren Menschen antisemitisch beleidigt. Jetzt ermittelt die Polizei.

Im Rahmen der „Israel Apartheid Week“ wurde am Freitagabend im Kino Moviemento (Kreuzberg) ein israelkritischer Film gezeigt. Dagegen protestiere vor dem Lichtspielhaus eine Gruppe Israel-Sympathisanten. Wie berichtet, wurden die Teilnehmer von Gegnern mit antisemitischen Parolen beleidigt. Nach Angaben von Augenzeugen sollen Sätze gefallen sein wie „Ihr sollt alle vergast werden“. Fotos zeigen, wie einige Männer den Hitlergruß zeigten.

Wie die Polizei der Berliner Morgenpost am Dienstag bestätigte, hatte eine Privatperson anlässlich der Filmvorführung eine Kundgebung am Veranstaltungsort angemeldet. Sie stand unter dem Motto „BDS stoppen“. Beim BDS handelt es sich um eine Gruppe, die den Boykott von Waren aus Israel befürwortet und die auch die Filmvorführung organisiert hatte.

Auf der dem Kino gegenüber liegenden Straßenseite versammelten sich bis zu 80 Personen. Die Stimmung sei sehr emotional gewesen, teilte die Polizei weiter mit. Gleichzeitig fand sich auf der anderen Straßenseite eine ähnlich große Gruppe zusammen, von der israel-kritische Äußerungen ausgingen. Schließlich hätten aus dieser Gruppe heraus vermutlich vier Personen den Hitlergruß gezeigt.

Die Polizei hat ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet, weil die Demonstration der Israel-Kritiker nicht angemeldet war. Außerdem laufen wegen des Zeigens des Hitlergrußes vier Strafverfahren. Diese richten sich alle gegen Unbekannt, weil die Tatverdächtigen vor Feststellung der Personalien verschwunden waren.

( BM )