Pläne

Berlin bekommt ein Vergnügungsviertel an der Spree

2015 sollen die Bautätigkeiten in Friedrichshain und Kreuzberg gehörig an Fahrt aufnehmen. Was der Bezirk im kommenden Jahr so alles vorhat.

Foto: FREO Group

Ein dicht bebauter neuer Stadtteil wächst zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße. Studentenwohnungen sollen am Frankfurter Tor entstehen. Flüchtlingsunterkünfte sind auf einem bezirkseigenen Grundstück nahe dem Jüdischen Museum in Kreuzberg vorgesehen. Das Baugeschehen in Friedrichshain-Kreuzberg wird 2015 und in den folgenden Jahren erheblich an Fahrt aufnehmen. Baustadtrat Hans Panhoff (Grüne) gab am Freitag einen Überblick über geplante Projekte.

Neues Einkaufszentrum

Ein neues Einkaufszentrum mit rund 25.000 Quadratmetern Verkaufsfläche ist neben der O2 World in Friedrichshain geplant. Baustart soll im Frühjahr 2015 sein, die Eröffnung ist für Herbst 2017 vorgesehen. Das Gebäude wird drei Etagen haben und rund 120 Geschäften Platz bieten. Die Kunden kommen über zwei Haupteingänge ins Haus: an der Warschauer Brücke und an der O2 World. Die Investition liegt bei 140 Millionen Euro. Grundstückseigentümer ist die Freo-Gruppe.

Im Neubau sind Cafés, Restaurants und eine Kita geplant. Nahe der O2 World ist auch eine neue Veranstaltungshalle mit 5000 Plätzen geplant. Das Konzept wird voraussichtlich im Februar 2015 in der Bezirksverordnetenversammlung vorgestellt. Eine sehr dominante Freizeit- und Kulturnutzung werde in diesem Gebiet entstehen, sagte Panhoff. „Wir versuchen zu vermeiden, dass es Las Vegas an der Spree wird.“ In diesem Gebiet werden mehrere Hochhäuser entstehen. Ein Bau mit 118 Metern Höhe am Ostbahnhof sei planungsrechtlich gesichert, sagte Panhoff. Wie ein Gebäude mit 130 Metern Höhe nahe der Warschauer Brücke.

Umbau am Mehringplatz

Das Gebiet zwischen Mehringplatz und Blücherplatz soll zugunsten von Fußgängern und Radfahrern umgestaltet werden. Die Planung soll 2015 beginnen. Ein Werkstattverfahren mit mehreren Architekturbüros hat bereits zu Ergebnissen geführt. Vorgesehen ist, die Wohnbrücke am südlichen Mehringplatz abzureißen, sodass der Blick Richtung Blücherplatz frei wird. Als Ersatz sind in der Nachbarschaft zwei neue Häuser vorgesehen, in die die Mieter der Brückenwohnungen einziehen könnten.

Vorgeschlagen ist auch ein Neubau auf dem Parkplatz neben der Amerika-Gedenkbibliothek, als Erweiterung für die künftige Zentral- und Landesbibliothek. Vorgesehen ist außerdem, die Blücherstraße von zwei auf je eine Fahrspur pro Richtung zu reduzieren, um Bauflächen zu gewinnen. Auch die Überquerung der Straßen zwischen Mehring- und Blücherplatz soll für Passanten und Radfahrer einfacher werden. Die Umgestaltung des Mehringplatzes werde voraussichtlich 2017 beginnen, so der Stadtrat.

Haus für Flüchtlinge und Studenten

An der Franz-Künstler-Straße, nahe dem Jüdischen Museum und der Berlinischen Galerie, besitzt der Bezirk ein Grundstück, das bislang die Deutsche Schreberjugend nutzte. Dort stehen marode Gebäude. Man habe dem Landesamt für Gesundheit und Soziales vorgeschlagen, die Häuser für fünf Jahre als Flüchtlingsunterkünfte zu nutzen, sagte Panhoff.

Denkbar sei auch, dass die Bauten abgerissen und auf den Fundamenten vorübergehend Container aufgestellt werden. Rund 450 Plätze könnten entstehen. Langfristig soll auf dem Gelände ein Neubau errichtet werden, in dem Studenten und Flüchtlinge leben. Studentenunterkünfte sollen auch in den ehemaligen Bürogebäuden am Frankfurter Tor entstehen.

Skateranlage im Böcklerpark

Am Landwehrkanal, im Böcklerpark, wird im Frühjahr 2015 eine Skateranlage eröffnen. Jugendliche haben die Anlage gemeinsam mit dem Bezirksamt konzipiert und die Rampen ausgesucht. In der Umgebung wird auch das Kanalufer umgestaltet. Unmittelbar am Wasser soll ein Promenadenweg für Fußgänger entstehen. Etwas höher gelegen ist der befestigte, schmalere Weg, der für Radler gebaut wird.