Protestaktion

Kobane-Aktivisten dringen bei „Metropol FM“ in Berlin ein

Hans H. Nibbrig

Foto: Massimo Rodari

Übergriff auf „Metropol FM“ in Berlin: Knapp zwei Dutzend Menschen versuchten am Freitag, die Radiostation zu besetzen, um zur Solidarität mit den vom IS bedrohten Kurden aufzurufen.

Knapp zwei Dutzend Personen haben am späten Freitagvormittag versucht, den türkischen Radiosender „Metropol FM“ in Kreuzberg zu besetzen. Ihr Ziel war es offenbar, über den Sender einen Aufruf zur Solidarität mit den von Truppen der Terrororganisation IS bedrohten Kurden in der syrisch-türkischen Grenzstadt Kobane zu verbreiten. Mitarbeiter der Radiostation stellten sich allerdings schon am Eingang zu ihren Räumen an der Markgrafenstraße der Gruppe entgegen.

Als es daraufhin zu einem Gerangel kam, wurde die Polizei alarmiert. Beim Eintreffen der Beamten waren noch drei Eindringlinge vor Ort, sie wurden vorläufig festgenommen. Der Rest der Gruppe war inzwischen geflohen. Bei den Angreifern handelte es sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei überwiegend um Kurden, unterstützt wurden sie von mehreren bereits einschlägig bekannten deutschen Linksextremisten. Ermittelt wird nun wegen Körperverletzung.

Eine „Initiative Berlin für Kobane“ veröffentlichte im Internet eine Erklärung, in der sie Bezug auf die Aktion nimmt und zur Solidarität mit der syrisch-türkischen Grenzstadt aufruft. Die Terrormiliz Islamischer Staat versucht derzeit, den Ort unter ihre Kontrolle zu bringen. Der Berliner Radiosender widersetzte sich ausdrücklich jedem Versuch der Einflussnahme durch „politische Gruppierungen gleich welcher Couleur“.

Am Dienstag hatten rund 60 Aktivisten das Gebäude des Auslandssenders „Deutsche Welle“ in Bonn gestürmt und den Verantwortlichen eine Resolution übergeben.

( mit dpa )