Berlin-Kreuzberg

Gruselkabinett am Anhalter Bahnhof hat neuen Besitzer

Enno Lenze vom Berlin Story Verlag hat das Gruselkabinett am Anhalter Bahnhof übernommen. Dort soll das Historiale Berlin Museum einziehen. Teile des Bunkers werden dafür originalgetreu hergerichtet.

Foto: Marc Tirl / dpa

Das Berliner Gruselkabinett am Anhalter Bahnhof hat einen neuen Besitzer. Enno Lenze, Geschäftsführer des Berlin Story Verlages, hat den alten Luftschutzbunker zum 1. Januar 2014 übernommen. Er habe die Einrichtung – "alles, was drin war" – von der langjährigen Besitzerin gekauft und sei in den Mietvertrag mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg eingestiegen, sagte der 31-Jährige am Dienstag auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Der Vertrag läuft bis 31. Dezember 2024.

Lenze ist nun Geschäftsführer der Berliner Gruselkabinett Entertainment GmbH. "Es ist ein spannendes Projekt", sagte er. "Da ist ein kompletter Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, in dem man noch Ideen realisieren kann." Und das sind seine Pläne: Das Historiale Berlin Museum wird in das erste Untergeschoss ziehen. "Ein Geschichtsmuseum am historischen Ort – das passt gut." Die Ausstellung im Bunker "muss multimedial und mehrsprachig werden", so Enno Lenze. "Das fehlt bisher." Schulklassen sollen erleben können, wie das Gebäude funktioniert habe. Ein Raum wird wieder originalgetreu hergerichtet. Auch die Geräuschkulisse aus der Zeit des Krieges soll nachvollziehbar sein. Enno Lenze will bis zum Sommer außerdem das zweite, derzeit nicht genutzte unterirdische Geschoss des Bunkers für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Er ist dazu mit dem Bezirksamt im Gespräch. Die zwei oberirdischen Etagen bleiben dem Gruselvergnügen vorbehalten. Auf rund 100.000 Besucher pro Jahr hofft Lenze.

Bunker soll ab Februar täglich geöffnet sein

"Wir bauen bei laufendem Betrieb um", sagte er. Zunächst gibt es mehr Annehmlichkeiten für die Besucher. Die Kaffeebar am Eingang hat eine neue Einrichtung und ein größeres Angebot. Die Eintrittskarten werden nicht mehr durch eine Luke aus dem Kassenhäuschen gereicht, sondern am Tresen verkauft.

Änderungen sind auch bei den Öffnungszeiten vorgesehen. Ab Februar möchte Lenze den Bunker täglich von 10 bis 19 Uhr öffnen. Die Karte für Erwachsene kostet wie bisher 9,50 Euro. Der ermäßigte Eintritt liegt bei sieben Euro. "Die Preise werden nicht steigen, auch wenn das Museum ergänzt wird." Ebenfalls neu: Man kann die Tickets jetzt auch mit der Geldkarte bezahlen.

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