Kreuzberger Projekt

Büchertisch hängt seine Werke sogar auf Spielplätzen auf

Die Macher des „Büchertischs“ sammeln Geld für einen weiteren Standort - in Neukölln oder Wedding. Der Verein verkauft Bücher günstig, verschenkt sie - und hängt sie laminiert in der Stadt auf.

Foto: Peter Endig / dpa

Mit einer neuen Kampagne will der Kreuzberger Verein "Berliner Büchertisch" auf sich aufmerksam machen, um die Leselust zu fördern und Spenden zu gewinnen. "Wir wollen einen weiteren sozialen Buchladen eröffnen", sagt Vorstandsmitglied Sabine Striegel. Damit aus dem Wunsch Wirklichkeit wird, müssen bis Mitte Dezember mindestens 20.000 Euro zusammenkommen. Zwei Läden betreibt der Büchertisch bereits, am Mehringdamm und in der Gneisenaustraße. Mit dem dritten Laden will sich der Verein aus Kreuzberg heraus, nach Wedding oder Neukölln begeben. Aus dem Kreuzberger soll damit ein Berliner Projekt werden.

Vor zehn Jahren ist der Berliner Büchertisch als private Initiative entstanden. Berliner wurden aufgerufen, ihre Schränke und Regale zu durchforsten und Bücher, die dort ohnehin nur verstaubten, dem Projekt zu spenden. Hinzu kommen Verlagsspenden. So hat der Verein heute einen Bestand von mehr als 40.000 Büchern, die von 40 Mitarbeitern und Ehrenamtlichen gesammelt, sortiert, gepflegt und verteilt werden. Die Bücher werden zum einen an Vereine und kleinere Bibliotheken, vor allem aber an Schulen weitergegeben. Zudem werden sie in den zwei Geschäften des Vereins günstig verkauft. Ziel ist es, all die Menschen anzusprechen, die sich ein Buch zum regulären Preis nicht leisten können.

Der Verein will die Menschen zum Lesen motivieren

Mit dem Erlös finanziert der Büchertisch Leseprojekte, denn Ziel des Vereins ist es vor allem, mehr Menschen zum Buch zu bringen. Seit drei Jahren gibt es zum Beispiel das Projekt "Berliner Lesetroll": Dabei werden 50 Rollkoffer, gefüllt mit Büchern, anderen Medien und Kuscheldecke, an Kinder in bislang sieben Schulen ausgeliehen. Sie dürfen die Trolleys dann für einige Zeit mit nach Hause nehmen, um dort mit ihren Familien zusammen zu lesen.

In der Vorweihnachtszeit hat sich der Verein nun noch etwas ausgedacht: Jeden Freitag werden jeweils 100 Bücher an verschiedenen Orten verschenkt. In der vergangenen Woche startete die Aktion im Familienzentrum Mehringdamm und der gelben Villa. An diesem Freitag soll das Verschenken am Richardplatz in Neukölln fortgesetzt werden. Die weiteren Orte stehen noch nicht fest, sondern werden nach Vorschlägen ausgewählt. Berliner können auf der Internetseite des Büchertischs (büchertisch.org) geeignete Orte nennen.

Wenn 5000 Euro an Spenden zusammenkommen, will der Büchertisch eine weitere Aktion starten: Dann werden an verschiedenen Spielplätzen Bücher aufgehängt, die zuvor laminiert und wetterfest gemacht wurden. Aktuell beträgt die Spendensumme 3244 Euro.

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