Benefizkonzert

Solidaritäts-Party für den abgebrannten Festsaal Kreuzberg

Der Festsaal Kreuzberg war eine Institution. Dann brannte er ab. Fans und Betreiber wollen ihn retten, am Freitag feiern sie eine Electro-Party im Postbahnhof. Der Erlös soll beim Wiederaufbau helfen.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Der Festsaal Kreuzberg hat viele Unterstützer. Die Betreiber der Berliner Kultureinrichtung wollen ihn wieder aufbauen. Und auch viele Fans sind offenbar bereit, etwas für den Festsaal zu tun. Am heutigen Freitagabend wollen sie gemeinsam eine große Solidaritäts-Party im Postbahnhof in Friedrichshain feiern, um Startkapital für den Wiederaufbau einzunehmen.

Der Ticketerlös kommt in die Kasse für den Wiederaufbau des abgebrannten Festsaals in der Skalitzer Straße am Kottbusser Tor.

Die Nachricht, dass der Festsaal Kreuzberg am 20. Juli abgebrannt ist, hat viele Kreuzberger betroffen gemacht. Er war schließlich fester Bestandteil der Berliner Kulturszene.

Immerhin: Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Das war großes Glück. Denn der Brand brach zwei Stunden vor einem geplanten Hiphop-Konzert aus und die Gäste befanden sich noch nicht im Saal. Doch das Gebäude ist fast vollständig abgebrannt. Zum Wiederaufbau fehlt vorerst das Geld. Daher nun die Benefizparty.

Bands wie Bonaparte und Chrystal Fighters spielten im Festsaal

„Ich habe viele tolle Gigs dort gesehen. In der Nacht, in der Saal abbrannte, war ich zufällig am Kottbusser Tor. Ich war schockiert“, sagt der Italiener Vincenzo. Bands wie Chrystal Fighters, Attwenger, Bonaparte, Ezra Furman & the Harpoons, Frittenbude oder die Kabarettisten Stermann & Grissemann sind in den letzten Jahren aufgetreten.

Neben Konzerten fanden auch zahlreiche Lesungen, Vorträge und Info-Abende statt - der Festsaal Kreuzberg bot große kulturelle Vielfalt. Dies ist schon allein durch die Entstehungsgeschichte des Clubs bedingt: Die öffentliche Kulturstätte war früher ein türkischer Hochzeitssaal.

Verursacht wurde der folgenschwere Brand offenbar durch einen technischen Defekt. Die ersten Vermutungen, dass es sich um Brandstiftung gehandelt haben könnte, werden nach derzeitigem Kenntnisstand ausgeschlossen. In einem Gutachten heißt es, eine „Fehlerleistung der elektrischen Betriebsmittel“ hätten das Feuer ausgelöst.

Weitere Veranstaltungen werden folgen

Auch bei dem Benefizkonzert am Freitag sorgen international bekannte DJs wie Alle Farben, Klangkünstler oder Nod One’s Head für die musikalische Gestaltung des Abends. Auf vier Floors werden sie mit ihren Beats Fans der elektronischen Musik begeistern. Die Veranstalter erwarten über 2000 Party-Gäste, die gemeinsam für den Festsaal Kreuzberg durch die Nacht tanzen.

Für den Wiederaufbau des Veranstaltungssaals wird der Erlös jedoch bei weitem nicht reichen. Deshalb sollen bald weitere Benefiz-Veranstaltungen geplant werden. Vorerst haben sich die Betreiber des Festsaals allerdings ganz der Organisation der ersten Benefiz-Veranstaltung gewidmet. So sind noch keine weiteren Details über folgende Veranstaltungen bekannt.