Unfall an der Kantstraße

Frau bei Verfolgungsjagd getötet: Angeklagter will aussagen

Auf der Flucht vor der Polizei hatte ein Autoeinbrecher in Charlottenburg eine 22-Jährige erfasst. Die Frau starb noch vor Ort.

Berlin. Knapp sechs Monate nach dem Tod einer unbeteiligten jungen Frau bei einer Verfolgungsjagd in Berlin-Charlottenburg hat vor dem Landgericht der Prozess gegen den Fahrer des Fluchtwagens begonnen. Die Staatsanwaltschaft legt dem 27-Jährigen Mord zur Last. Um der Polizei zu entkommen, habe er den Tod der 22 Jahre alten Fußgängerin zumindest billigend in Kauf genommen, heißt es in der am Dienstag zu Beginn der Verhandlung verlesenen Anklage. Die Anwälte kündigten an, dass sich ihr Mandant noch am ersten Prozesstag zu den Vorwürfen äußern werde.

Die Studentin schob ihr Fahrrad auf dem Bürgersteig, als sie am 6. Juni 2018 tödlich erfasst wurde. Sie starb noch am Unfallort. Ein 18-jähriger Beifahrer des Angeklagten starb wenig später in einem Krankenhaus. Ein Polizeibeamter und zwei Autofahrerinnen waren bei der wilden Fluchtfahrt verletzt worden.

Der aus Serbien stammende 27-Jährige sowie zwei 18- und 14-jährige Insassen sollen nach einem mutmaßlichen Diebstahl vor der Polizei geflohen und durch die City-West gerast sein. Der Angeklagte habe zunächst eine Polizeiblockade durchbrochen. An einer für ihn roten Ampel habe er einen Unfall mit weiteren Autos verursacht und dabei die Fußgängerin getötet.

Der 18 Jahre alte Beifahrer erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 27-jährige Serbe den Tod der Passantin zumindest billigend in Kauf genommen habe. 17 Prozesstage bis Ende Februar 2019 sind vorgesehen.

Der Fall erinnert an den Kudammraser-Prozess, der zurzeit neu verhandelt wird.

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