Klimaschutz

Bund gibt Millionen für die Umgestaltung des Preußenparks

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Norman Börner
Der Preußenpark ist ein beliebter Aufenthaltsort mit vielen Angeboten. Aber gerade die historischen Bäume leiden unter den Folgen des Klimawandels.

Der Preußenpark ist ein beliebter Aufenthaltsort mit vielen Angeboten. Aber gerade die historischen Bäume leiden unter den Folgen des Klimawandels.

Foto: Jörg Krauthöfer / FUNKE Foto Services

5,4 Millionen Euro Bundesmittel sollen in den Umbau des Parks in Wilmersdorf fließen. Was der Bezirk plant und wo Parkplätze wegfallen.

Berlin.  Der Preußenpark in Charlottenburg-Wilmersdorf soll umgestaltet werden. Neben den bereits seit 2020 laufenden Maßnahmen stellt nun der Bund noch einmal 5,4 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld soll einerseits in Klimaschutzmaßnahmen wie ein System für die Rückgewinnung von Regenwasser fließen, aber es soll auch in neue Attraktionen wie ein Waldspielplatz und Sportanlagen entstehen. Die Stellplätze für Pkw am Südeingang sollen verschwinden. Die Umsetzung ist im Zeitraum von 2023 bis 2026 geplant.

Die Mittel für die Neugestaltung des Parks kommen aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“. Damit sollen Projekte gefördert werden, die zum Klimaschutz und zur CO2-Minderung im urbanen Raum beitragen. Häufigere Starkregen, Hitze- und Trockenperioden in Folge des Klimawandels würden Städte und urbane Räume immer mehr belasten. Dabei seien vor allem öffentliche Parks und Gärten durch längere Trockenperioden und Schädlingsbefall bedroht, schreibt das zuständige Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen auf der Homepage des Programms.

Klimawandel gefährdet Bäume im Preußenpark

Trockenheit, Hitze und Schädlinge sowie Schäden durch Stürme haben vor allem den Bäumen im Preußenpark in den letzten Jahren stark zugesetzt. An vielen kranken Gehölzen wurden die Kronen gekürzt. Mehrere Bäume mussten gefällt werden. Zuletzt holte der Bezirk einen Jäger zur Hilfe, um Wildkaninchen zu vertreiben, welche durch ihre unterirdischen Bauten den Bestand weiterer Bäume gefährdet hätten.

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Pläne zur Umgestaltung des Preußenparks gibt es bereits seit 2018. Der Bezirk hat einen Masterplan entwickelt, der zum Teil bereits umgesetzt wird. So soll der Thai-Markt auf der Liegewiese umverlegt werden. Diese Maßnahmen würden aber bereits im Rahmen einer anderen Förderung im Zeitraum 2021-2024 umgesetzt werden. Bürgerinnen und Bürger wurden über Beteiligungsverfahren mit eingebunden.

Bürgerpark und Parkcafé sollen umgestaltet werden, Parkplätze verschwinden

Die nun vom Bund bewilligten Plänen sehen den Umbau des Baumboulevards, des Bürgerparks, des Parkcafés und für den Parkplatz am Entree Süd vor. Im Bereich des Boulevards sollen die Hauptwege neu gestaltet werden, um die Parkteile wieder zusammenzuführen. Hier ist auch ein neu gestalteter naturnaher Waldspielplatz vorgesehen. Zudem sollen hier weitere Sportanlagen für Eigengewichtsübungen entstehen.

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Im Bürgerpark soll durch heimische, klimaresistente und lokalproduzierte Wildstauden und -gehölze die Resistenz gegen die Folgen des Klimawandels erhöht werden. Die Zersplitterung des Parks soll aufgehoben werden. Die große Wiese als zentraler Freiraum verbindet dann wieder Rasenrondell und den Parkbereich am Fehrbelliner Platz. Sie soll zu einer Wiesenfläche mit hohem Kräuteranteil umgewandelt werden.

Der neugestaltete Entree Süd soll wieder zum Auftakt des Parks am Fehrbelliner Platz werden und einen barrierefreien Zugang zum Park ermöglichen. Zudem sollen am Südeingang die Fahrzeugstellplätze zugunsten versickerungsfähiger Flächen verschwinden. Im Zentrum der Umbaupläne steht wie bei den bisherigen Maßnahmen ein Regenwassermanagement. Niederschlag aus den umliegenden Straßen und Gebäuden wie das Parkcafé soll in den Park eingeleitet werden, um ihn vor dem Austrocknen zu schützen.

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In der Vergangenheit gabt es auch Kritik an den Plänen des Bezirks. So fordert die „Initiative Preußenpark“ den Bau der geplanten „Marktplattform“ inklusive Gebäude für einen Streetfoodmarkt im Park zu stoppen. Bereits angerichtete Schäden müssten behoben werden. Zudem müsse er als naturnahe, unversiegelte Grünfläche erhalten bleiben, heißt es in einer Petition mit der Überschrift „Stoppt die Kommerzialisierung und Zerstörung des Preußenparks!“

Auch die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) kritisierte bei einer Begehung im Sommer 2022, die Vorhaben zur Veränderung des Preußenparks. Es gehe mit starker Versiegelung, Verkleinerung und Entfernung der Vegetation einher. Der Bezirk verwies in diesem Zusammenhang bereits auf den laut Bezirk mit breiter Bürgerbeteiligung erarbeiteten Masterplan, der teilweise schon umgesetzt worden sei.

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