Charlottenburg-Wilmersdorf

Leysieffer am Kurfürstendamm bleibt geschlossen

Norman Börner
Das Schokoladengeschäft Leysieffer am Kudamm.

Das Schokoladengeschäft Leysieffer am Kudamm.

Foto: Lena Witte

Das traditionsreiche Pralinengeschäft wird wohl nicht wieder öffnen. An den Umsätzen soll es nicht gelegen haben.

Berlin. Das Pralinengeschäft Leysieffer am Kurfürstendamm in Charlottenburg-Wilmersdorf hat bereits seit mehreren Wochen geschlossen – und wird wohl auch nicht wieder öffnen. Laut der Zeitfracht-Gruppe, zu denen Leysieffer seit Sommer gehört – habe es nicht an den Umsätzen gelegen, sondern daran, dass der Vermieter die Miete verdreifachen wollte. Die Filiale in der Schloßstraße sei weiterhin geöffnet.

Im Juli musste das Traditionsunternehmen aus Osnabrück zum zweiten mal nach 2020 Insolvenz anmelden. Alle Filialen wurden vorerst geschlossen – auch in Berlin. Im August die Rettung: Der Gläubigerausschuss stimmte einem Verkauf an die Zeitfracht-Gruppe zu. Es war der zweite Verkauf innerhalb von zwei Jahren. Bereits 2020 übernahm ein US-Investor den insolventen Süßwarenproduzenten. Damals wurden unter anderem die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten sowie die Corona-Folgen als Ursachen genannt.

Zweite Insolvenz innerhalb von zwei Jahren

Das Familienunternehmen wurde im April 1909 von Konditormeister Ulrich Leysieffer in Osnabrück gegründet. 1984 eröffnet das erste Bistro-Café außerhalb der Stadt und zwar auf Sylt. Mit den Jahren eröffnen auch Filialen und Cafés in Städten wie Düsseldorf, Hannover oder Berlin. Auch das Geschäft in der Friedrichstraße in Berlin ist geschlossen.

Uwe Timm vom Verein Arbeitsgemeinschaft City, welche sich für den Handel in der City West mit Kudamm und Tauentzien engagiert, sagt, dass steigende Mieten auf dem Ku’Damm kein generelles Problem seien. Vielmehr beobachte er, dass Corona und Inflation eher das gegenseitige Verständnis von Einzelhändlern und Vermietern verbessert hätte. „Es sind herausforderende Zeiten, aber die auch die Mieternachfrage für den Ku’Damm ist weiter vorhanden“, sagt Timm, der im Verein für Einzelhandel und Gebäude zuständig ist.

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