Basketball

Alba Berlin kehrt nach Charlottenburg zurück

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Norman Börner
Alba Berlins Sportdirektor Himar Ojeda, Spielerin Lucy Reuß, Sportstadträtin Heike Schmitt-Schmelz und die strategische Koordinatorin des Frauen-Teams Ireti Amojo (von links) besichtigen am Mittwoch die neue Spielstätte. 

Alba Berlins Sportdirektor Himar Ojeda, Spielerin Lucy Reuß, Sportstadträtin Heike Schmitt-Schmelz und die strategische Koordinatorin des Frauen-Teams Ireti Amojo (von links) besichtigen am Mittwoch die neue Spielstätte. 

Foto: Norman Börner

Ab der Saison 22/23 wird das Frauenteam in der Sömmeringhalle spielen. Für Alba ist es eine Rückkehr zu alten Wurzeln.

Berlin.  Auch wenn auf dem Hallenboden noch Staub liegt und die Baugerüste bis zur Hallendecke ragen, können die Funktionäre und Spielerinnen der Frauenmannschaft von Alba Berlin ihre Begeisterung schwer verstecken. Am Mittwoch konnten die Verantwortlichen erstmals selbst einen Blick in ihr neues Zuhause werfen. „Ich habe ein gutes Gefühl. Diese Halle hat eine große Geschichte“, sagt Lucy Reuß, die seit 2014 im Verein spielt. Schließlich begann in der Sporthalle Charlottenburg 1990 die Geschichte von Alba Berlin.

Bis 1997 spielte die Männermannschaft hier und legte den Grundstein für spätere Erfolge. Jetzt will die Frauenmannschaft an diese Geschichte anknüpfen. Nach dem Aufstieg in die erste Bundesliga in der vergangenen Saison, waren die Basketballerinnen auf der Suche nach einer neuen Sporthalle. Die bisherige Heimstätte – eine Seitenhalle der Max-Schmeling-Halle mit 300 Zuschauerplätzen – erfüllt nicht die Anforderungen der höchsten Spielklasse im deutschen Damen-Basketball. Die Statuten sehen dort mindestens 500 Plätze vor. Auch interessant: Mercedes-Benz Arena – Alba Berlin bangt um seine Heimat

Alba-Frauen in Berlin-Charlottenburg: Bis zu 2500 Plätze umfasst die neue Spielstätte

„Wir haben viele Absagen bekommen oder die Hallen waren für unserer Ansprüche nicht geeignet“, sagt Operationsdirektor Justus Strauven. Mit der Vereinbarung mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat die Suche nun ein glückliches Ende gefunden. Bis zu 2500 Fans können künftig ihre Mannschaft bei den Heimspielen von der Tribüne aus anfeuern. Ausverkaufte Spiele erwarte zu Beginn im Verein aber keiner.

„Aber wir sehen hier eine großartige Möglichkeit, die weibliche Basketballkultur weiter zu entwickeln. Vielleicht finden auch alteingesessene Alba-Fans aus Charlottenburg-Wilmersdorf zu uns zurück“, sagt Ireti Amojo, strategische Koordinatorin des Frauenteams. Die Aufstiegsspiele in der alten Halle waren restlos ausverkauft. Die Nachfrage nach Tickets sei sogar noch größer gewesen, aber die Platzzahl eben begrenzt.

Die Geschichte des Damenbasketballs bei Alba begann in der Saison 2008/2009. Mit zwei Mädchen- und einem Frauenteam legten die Frauen damals los. „Wir waren damals schon stark im Jugendbereich unterwegs. Für die männlichen Talente ging es oft weiter in den Profibereich. Es tat weh, dass den Frauen ein Äquivalent fehlte“, sagt Operationsdirektor Justus Strauven.

Von der Landesliga bis in die höchste Spielklasse

Und der Erfolg stellte sich ein. Von der Landesliga ging es in den vergangenen 14 Jahren bis in die höchste Klasse des deutschen Damen-Basketballs. Nach eigenen Angaben spielen heute rund 400 Mädchen und Frauen bei Alba Berlin – in der vergangenen Saison organisiert in 24 Nachwuchs- und drei Erwachsenenteams.

Mit eingefädelt hat den Deal Bezirksstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD). Sie freue sich, dass sich die Sporthalle nach der derzeitigen Sanierung des Glasgewölbedaches mit neuem Leben füllt. Das Gebäude wurde 1964 als damals größte, reine Sporthalle in West-Berlin eröffnet. Über die Jahrzehnte war sie Heimat zahlreicher Sportvereine. Unter anderem auch der BG Charlottenburg, aus dem schließlich Alba Berlin hervorging.

Erstes Heimspiel steht Ende Oktober an

„Zusammen mit den anderen hier spielenden Clubs, darunter dem Frauenteam der Füchse, kann sich die Sporthalle Charlottenburg zu einem Standort mit starker Strahlkraft entwickeln“, sagt Schmitt-Schmelz. Die Spieltermine würden in Absprache mit den anderen Vereinen koordiniert. Noch laufen die Arbeiten.

Die neue Saison der Damen-Basketball-Bundesliga beginnt am 14. Oktober. Einige Tage später steht für die Frauen von Alba Berlin das erste Heimspiel an. Bis dahin wird die Renovierung des Daches wohl noch nicht vollständig abgeschlossen sein. Die Premiere vor neuer Kulisse wird also voraussichtlich erst im November stattfinden können.