Brandstiftungen

Nach Bränden in Staaken und Westend: Mehr Polizeistreifen

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Feuerwehrauto im Einsatz.

Feuerwehrauto im Einsatz.

Foto: dpa

Die Ermittlungsgruppe „Quartier“ prüft Zusammenhänge zwischen den Brandstiftungen in Staaken und in Westend.

Berlin. Seit Wochen hält eine Serie von Brandstiftungen in Staaken die Anwohner in Atem. Und sie nimmt kein Ende. Im Gegenteil. Die Brandanschläge im Westen der Stadt nehmen an Häufigkeit zu. Trauriger Höhepunkt waren am vergangenen Dienstag und in der Nacht zu Mittwoch drei Brandstiftungen in einem Zeitraum von etwas mehr als zwölf Stunden. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes (LKA) hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftungen übernommen.

Die am 6. Januar dieses Jahres eingerichtete Ermittlungsgruppe der Polizei „Quartier“ prüft auch, ob und inwiefern die Brände im Zusammenhang zueinander und zu den in der jüngeren Vergangenheit aufgetretenen Brandstiftungen in Spandau stehen. Zusammenhänge mit den Brandstiftungen im Charlottenburger Ortsteil Westend, ebenfalls in der Nacht zu Mittwoch, werden auch von den Ermittlern überprüft. In Westend, der Ortsteil grenzt an Spandau an, brannte es in einem Keller eines Hochhauses. Dabei wurde eine Mieterin verletzt. In den frühen Morgenstunden brannte ein Pkw an der Altenburger Allee, ebenfalls in Westend.

Mutmaßlicher Brandstifter auf frischer Tat erwischt

Begonnen hatte es am Dienstag gegen 11.30 Uhr, als die Mieterin eines Mehrfamilienhauses an der Maulbeerallee in Staaken ein Feuer im Müllraum des Wohnhauses bemerkt hatte. Die Polizeibeamten stellten vor Ort einen 28 Jahre alten Mann fest. Dieser soll laut Polizeiangaben auf dem Boden des Müllraums einen Pappkarton angezündet haben. Als er die Beamten sah, hat er das Feuer selber ausgetreten. Der mutmaßliche Brandstifter wurde für die erkennungsdienstliche Behandlung in einen Polizeigewahrsam gebracht und später wieder freigelassen.

Wenige Minuten vor Mitternacht in der Nacht zu Mittwoch bemerkte eine unbekannte Person Flammen im Eingangsbereich zu einem Mehrfamilienhaus an der Maulbeerallee, nur wenige Häuser von dem Tatort entfernt, wo die Polizei am Dienstagmittag den 28-Jährigen auf frischer Tat erwischt hatte. Ein anonymer Anrufer alarmierte Feuerwehr und Polizei. Die Feuerwehr löschte den Brand, bei dem keine Personen verletzt wurden. Der Anrufer blieb unerkannt.

Auto mit Brandschäden erneut angezündet

Etwa drei Stunden später, gegen 3.15 Uhr, wurden Feuerwehr und Polizei erneut nach Staaken alarmiert. Eine 72-jährige Anwohnerin der Straße Im Spektefeld hatte laute Geräusche gehört und dann ein brennendes Auto entdeckt. Die Polizistinnen und Polizisten stellten fest, dass der brennende Pkw direkt neben einem Kleinbus parkte, der in der Nacht vom 8. zum 9. Januar nach einer Brandstiftung ausgebrannt war. Der in der Nacht zu Mittwoch angezündete Pkw war in der Nacht, als der Kleinbus brannte, bereits im Motorraum beschädigt worden. Bei der Tatortabsuche nahm die Polizei einen 28 Jahre alten Mann vorläufig fest. Er befindet sich laut Polizei aber wieder auf freiem Fuß.

Wohnhaus in Westend evakuiert

Ebenfalls in der Nacht zu Mittwoch haben bislang Unbekannte zwei Brandstiftungen verübt. Gegen 23.15 Uhr hatte ein 26-Jähriger Anwohner der Knobelsdorffstraße im Charlottenburger Ortsteil Westend Rauch im Keller des Wohnhauses bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Das achtgeschossige Hochhaus musste von der Feuerwehr evakuiert werden. Nach deren Angaben wurden vier Bewohner mit Brandfluchthauben ins Freie gebracht, zwei Personen wurden über die Drehleiter gerettet. Eine 47-jährige Mieterin erlitt eine Rauchgasvergiftung und wurde zur ambulanten Behandlung in eine Klinik gebracht.

Durch das Feuer wurden diverse Kellerverschläge vollständig zerstört, und auch die Haussubstanz wurde in Mitleidenschaft gezogen. Bis etwa 2.40 Uhr war die Knobelsdorffstraße zwischen Königin-Elisabeth-Straße und Stadtautobahn A 100 in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung ermittelt ein Brandkommissariat.

Vorsätzliche Brandstiftung an Auto

Gegen 6 Uhr am Mittwochmorgen musste die Feuerwehr erneut ausrücken. Ihr Einsatzort war die Altenburger Allee in Westend, nur etwas mehr als zwei Kilometer von der Knobelsdorffstraße entfernt. Dort hatte ein Anwohner Rauch an einem geparkten Toyota entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Trotz des schnellen Eingreifens entstand ein hoher Sachschaden. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus.