Lokal in Berlin

"Lindenstraßen"-Wirt Kostas Papanastasiou gestorben

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Kostas Papanastasiou auf einem Foto von 2011. In Charlottenburg betrieb der Schauspieler ein Restaurant.

Kostas Papanastasiou auf einem Foto von 2011. In Charlottenburg betrieb der Schauspieler ein Restaurant.

Foto: dpa / dpa/DPA

In der "Lindenstraße" spielte Kostas Papanastasiou einen Wirt. Auch im wahren Leben war er Gastronom, mit einem Lokal in Berlin.

Berlin. Der griechischstämmige Schauspieler und Gastronom Kostas Papanastasiou ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 84 Jahren, wie sein Sohn Marc-Alexej Papanastasiou am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagte. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" berichtet.

Den Fernsehzuschauern war Papanastasiou vor allem für seine Darstellung des Panaiotis Sarikakis in der ARD-Serie bekannt. Mehr als zehn Jahre spielte er die Rolle des griechischen Gastwirts im TV-Lokal "Akropolis". Auch im echten Leben betrieb Papanastasiou ein Restaurant. Er führte 45 Jahre lang das „Terzo Mondo“ in Berlin-Charlottenburg. Die Leitung seines Lokals übergab Papanastasiou 2018 seinem Sohn.

Kostas Papanastasiou bekam 2012 das Verdienstkreuz

Sein Leben hatte viele Facetten. Papanastasiou studierte Architektur in Berlin und machte dort eine Schauspielausbildung. Er war politisch engagiert und bekam 2012 das Verdienstkreuz. Damit wurde sein Einsatz für Künstler und Hilfsbedürftige gewürdigt. So organisierte er beispielsweise Sammlungen für Hilfsgüter nach Georgien. Außerdem setzte er sich für die griechisch-orthodoxe Gemeinde ein. Als Schauspieler war er auch in einigen anderen Rollen zu sehen, darunter in Bernhard Wickis „Das Spinnennetz“ oder im „Tatort“.

Unvergessen bleibt er den Zuschauern der „Lindenstraße“: als Wirt und stolzes Familienoberhaupt, das die griechische Traditionen hochhielt. Sarikakis erlebt in der Seriengeschichte einige Irrungen und Wirrungen: Sein Sohn übernimmt das „Akropolis“ und er verliebt sich in die junge Tanja Schildknecht. In Folge 559 verabschiedet sich der Wirt aus dem „kalten, ausländerfeindlichen Deutschland“, ist in der Chronik des WDR zu lesen.

Papanastasiou wird in Griechenland beerdigt

Sein Vater habe mit der Rolle, mit der er bis heute verbunden wird, nicht gehadert, sagt sein Sohn Marc-Alexej Papanastasiou. „Er stand schon dahinter.“ In seinen letzten Jahren sei er dement gewesen, zuletzt hätten seine Nieren versagt. Beerdigt werden soll der vierfache Großvater laut seinem Sohn in Griechenland.

( BM/dpa )