Verkehr

Krumme Straße am Karl-August-Platz wird für Autos gesperrt

Die Krumme Straße soll probeweise für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Eine Initiative will den Karl-August-Platz verschönern.

Lutz Kaufmann und Gesine Wulf von der Initiative „Karl-August-Kiez lebenswert!“ auf der Krummen Straße am Karl-August-Platz.

Lutz Kaufmann und Gesine Wulf von der Initiative „Karl-August-Kiez lebenswert!“ auf der Krummen Straße am Karl-August-Platz.

Berlin. Autofahrer müssen an der Krummen Straße Schrittgeschwindigkeit fahren – viele halten sich aber nicht daran. Die Initiative „Karl-August-Kiez lebenswert!“ hatte bereits im Frühjahr gefordert, die Krumme Straße mittig mit Pollern zu versehen. So sollte der Durchgangsverkehr aus der Straße geleitet werden. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf reagiert nun: Im Frühsommer will es die Krumme Straße sperren, zunächst probeweise für zwei Monate.

Wie genau gesperrt werden soll, stehe noch nicht fest, sagt Verkehrsstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne). Für Radfahrer soll die Krumme Straße jedenfalls passierbar bleiben. Das Bezirksamt wird die Auswirkungen der vorübergehenden Sperrung auf das Umfeld untersuchen – auch auf den Wochenmarkt, der mittwochs und sonnabends auf dem Karl-August-Platz stattfindet.

Bezirksamt will Radweg an Krummer Straße errichten

Wenn die Ergebnisse der Testphase positiv ausfallen soll die Krumme Straße dauerhaft gesperrt werden. Langfristig verfolgt das Amt den Plan, einen Radweg zu errichten. Er soll vom Jakob-Kaiser-Platz über die Sömmering- und Krumme Straße bis zum Stuttgarter Platz führen.

Lutz Kaufmann von der Karl-August-Kiez-Initiative freut sich, dass seine Forderung nach Verkehrsmaßnahmen Gehör fand. Eine Testphase findet er sinnvoll – zumal sie zur gleichen Zeit anlaufen soll wie die probeweise Verlängerung der Fußgängerzone an der Wilmersdorfer Straße. „In den ersten Wochen rechne ich mit Chaos“, sagt er.

„Wir möchten den Autofahrern die Straße nicht wegnehmen"

Damit sich das Chaos schnell legt, beabsichtigt die Initiative, die Sperrung der Krummen Straße mit Aktionen zu begleiten. Dabei sollen Anwohner, Gewerbetreibende und Gastronomen am Karl-August-Platz über die Vorteile der Verkehrsmaßnahme informiert werden. „Wir möchten den Autofahrern die Straße nicht wegnehmen, wir möchten Stadtraum für die Nachbarschaft dazugewinnen“, sagt Kaufmann. Der Platz soll durch die Verkehrsmaßnahme aufgewertet werden.

Dem geplanten Radweg steht Kaufmann skeptisch gegenüber. Da die Fahrbahn der Krummen Straße mit Pflastersteinen versehen sei, würden viele Radfahrer eventuell auf die asphaltierten Gehwege ausweichen, fürchtet er. „Vielleicht müssen hier dann auch bauliche Maßnahmen vorgenommen werden“, sagt Kaufmann, „aber das muss alles noch diskutiert werden.“

Initiative will Hochbeete am Karl-August-Platz aufstellen

Die Initiative stellt momentan Überlegungen an, wie sie den Karl-August-Platz so gestalten könnte, dass er zum Verweilen einlädt. „Wir sind zum Beispiel auf die Idee gekommen, Hochbeete aufzustellen“, sagt Kaufmann. Weitere Aktionen wolle man in den kommenden Wochen mit dem Bezirksamt abstimmen. Dabei soll es auch um die Frage gehen, ob die Parkplätze an der Krummen Straße langfristig bleiben sollen oder nicht.