Charlottenburg

So soll die neue Siedlung Jungfernheide aussehen

Gesundheits- und Kulturzentren, neue Kitas und ein Haus für Demenzkranke: Das ist die Vision für eine neue Siedlung am Halemweg.

So soll der Halemweg nach dem Umbau der Siedlung Jungfernheide aussehen.

So soll der Halemweg nach dem Umbau der Siedlung Jungfernheide aussehen.

Foto: bbz landschaftsarchiteken

Berlin.  Graue Häuserfassaden, wenig Bäume und ein U-Bahnhof, der oft vermüllt ist: Bislang wirkt die Umgebung des Halemwegs im Charlottenburger Norden eher trist. Bald soll dort eine völlig neue Siedlung entstehen. Der Komplettumbau des Gebiets zwischen dem U-Bahnhof Halemweg und dem Volkspark Jungfernheide ist geplant. Unter anderem sollen ein Gesundheitszentrum, ein Zentrum für Weiterbildung und Kultur sowie ein Haus für Demenzkranke gebaut werden. Auch anliegende Kitas bekommen neue Gebäude.

Am Mittwochabend stellten das Architektenbüro „Studio Schultz Granberg“ und die „bbz landschaftsarchitekten“ im Bauausschuss Charlottenburg-Wilmersdorf ihre gemeinsame Vision von der neuen Siedlung Jungfernheide vor. Das Bezirksamt beauftragte die Architekten im April 2019, einen ersten Entwurf zu entwickeln. Der geplante Umbau rund um den Halemweg ist so umfassend, dass Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) mit einer Bauzeit von „15 bis 20 Jahren“ rechnet, wie er im Ausschuss sagte. Dabei beliefen sich die Kosten auf einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“, fügte er hinzu. Die Architekten betonten, dass es sich zunächst um eine „Grundlage“ handle. Sie soll dazu dienen, konkrete architektonische Ideen zu entwickeln. Wo welches Gebäude gebaut werden soll, kann man jedoch bereits erkennen.

Am Halemweg soll ein Gesundheitszentrum errichtet werden

An der westlichen Seite des Halemwegs, an der sich der Eingang des U-Bahnhofs befindet, soll sich einiges ändern: Das Gebäude, das einen Supermarkt beherbergt, soll abgerissen werden. An seiner Stelle sollen zwei neue Häuser hintereinander gebaut werden. In dem größeren vorderen Gebäude soll wieder ein Supermarkt einziehen. Dabei sei das Ziel, dass der U-Bahnhof fortan auch durch den kleinen Weg zwischen den neuen Häusern zu erreichen ist, sagte Timo Herrmann, Geschäftsführer von „bbz landschaftsarchitekten.“

Zudem ist neben dem Supermarkt ein Gesundheitszentrum geplant. Hier sollen neben Gesundheitseinrichtungen des Bezirks auch Ärzte einziehen. An der östlichen Seite des Halemwegs soll das Stadtteilzentrum abgerissen und leicht versetzt neu gebaut werden. Neben Büros des Bezirks soll es dort Gruppenräume, einen Mehrzwecksaal und ein Kiezcafé geben. Auch das Jugendfreizeitheim Halemweg soll mitsamt seinem Sportplatz neu errichtet werden.

Wohnturm umfasst elf Geschosse auf 36 Metern

Gegenüber des Supermarkts ist zudem ein Zentrum für Weiterbildung für Kultur geplant. Dort soll es unter anderem eine Bibliothek mit Kreativräumen und einem Selbstlernzentrum geben. Auch eine Kiezgalerie, ein Café und ein Konzertsaal sollen einziehen. Sowohl auf dem Stadtteilzentrum als auch auf dem Zentrum für Weiterbildung und Kultur sollen Wohntürme gebaut werden. Derjenige auf dem Stadtteilzentrum umfasst acht Geschosse auf 28 Metern, derjenige auf dem Zentrum für Weiterbildung und Kultur elf Geschosse auf 36 Metern. Damit soll der Wohnturm das höchste Gebäude der neuen Siedlung werden.

Auch die Kitas an der östlichen Seite werden abgerissen und neu gebaut. Eine soll sich dann hinter dem Sportplatz des Jugendfreizeitheims befinden, die andere hinter dem Zentrum für Weiterbildung und Kultur Die Siedlung ist so aufgebaut, dass sich öffentliche Flächen vor allem direkt am Halemweg befinden. Dahinter sollen sich teilöffentliche Flächen wie Gemeinschaftsgärten erstrecken. Wohnhäuser und private Gärten sind meist etwas weiter entfernt von der Straße geplant. Ebenfalls etwas weiter vom Halemweg entfernt ist in Richtung Westen ein Haus für Demenzkranke vorgesehen. Erste Planungen für das Haus hat die Sühne-Christi-Kirche erstellt, die ebenfalls am Halemweg liegt.

Halemweg soll verkehrsberuhigt werden

Die Häuserfassaden entlang des Halemwegs sollen leicht versetzt gebaut werden. An der Straße selbst ist eine Verkehrsberuhigung mit einem Tempolimit von bis zu 30 Stundenkilometern vorgesehen. Überirdische Parkplätze gibt es nur zum Be- und Entladen für Anlieger. Alle restlichen Parkplätze werden in Tiefgaragen geplant. Abstellmöglichkeiten für Fahrräder gibt es überall im Gebiet.

Die Architekten wollen das Projekt schrittweise in verschiedenen Bauphasen realisieren, ein Starttermin für die einzelnen Phasen steht noch nicht fest. Ebenso ist noch unklar, wie viele Wohnungen genau in der Siedlung entstehen sollen. Für die Planung wurde zunächst mit 274 Wohnungen mit jeweils 100 Quadratmetern gerechnet, sagte Joachim Schultz-Granberg, Inhaber des gleichnamigen Architektenbüros. Diese Zahl werde sich „im weiteren Verlaufe präzisieren.“ Auch zu Mietpreisen konnte Schultz-Granberg noch keine genauen Aussagen treffen. Ziel sei der Bau von „erschwinglichen Wohnungen“, betonte er.