Weihnachten in Berlin

Kudamm: Senat stoppt Zuschuss für Weihnachtsbeleuchtung

Warum die Senatswirtschaftsverwaltung 2021 die Förderung für die Lichter am Kurfürstendamm stoppt.

Die Weihnachtsbeleuchtung am Kurfürstendamm (Archivbild).

Die Weihnachtsbeleuchtung am Kurfürstendamm (Archivbild).

Foto: Reto Klar

Berlin. Die Senatsverwaltung will für die Weihnachtsbeleuchtung am Kurfürstendamm ab 2021 kein Geld mehr zur Verfügung stellen, wie aus einer Antwort auf eine Anfrage des FDP-Fraktionsvorsitzenden Sebastian Czaja hervorgeht. Die Immobilieneigentümer an der Einkaufsstraße sollen demnach für die Finanzierung der Beleuchtung aufkommen.

Bis 2018 übernahm der Stadtmöblierer Wall die Kosten für die Beleuchtung. Nach 15 Jahren kündigte der Berliner Senat die Werbeverträge jedoch auf. Seitdem bezuschusst die Senatswirtschaftsverwaltung die Illumination mit 295.000 Euro pro Jahr. Weitere Mittel stellten verschiedene private Sponsoren zur Verfügung.

Weihnachtsbeleuchtung am Kudamm „keine Daueraufgabe des Landes“

In der Antwort zu Czajas Anfrage begründet die Senatsverwaltung das Ende der Förderung damit, dass „die Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung als Daueraufgabe nicht zu den Aufgaben des Landes“ gehöre. Die Finanzierung solle fortan ausschließlich durch die „Geschäftsstraßen erfolgen“, heißt es weiter. Die Senatsverwaltung habe die Weihnachtsbeleuchtung 2018 „ausnahmsweise“ bezuschusst. Diese Förderung sei 2020 verlängert worden, weil Händler an Einkaufsstraßen angesichts der Corona-Krise unter Umsatzeinbußen leiden.

So erklärte Czaja zu seiner Anfrage, die Weihnachtsbeleuchtung sollte dieses Jahr "nicht trotz, sondern wegen der Krise besonders einladend ausfallen". Dies sei eine der "preisgünstigsten Wirtschaftsfördermaßnahmen", in die die Senatsverwaltung investieren könne.

Maximilian Rexrodt, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP Charlottenburg-Wilmersdorf, sagte, Bezirk und Senat seien in der Pflicht die "ansässigen Händler nicht noch weiter zu belasten, sondern sie mit aller Macht zu unterstützen.

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Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie sind auch ein Grund dafür, dass die Summe, die in die Weihnachtsbeleuchtung fließt, dieses Jahr kleiner ausfällt als zuvor. Private Sponsoren wie etwa die Immobilienentwicklungsgesellschaft CG Gruppe spendeten weniger Geld als im Vorjahr. Standen 2019 noch insgesamt 600.000 Euro für die Lichter am Kudamm zur Verfügung, sind es 2020 etwas mehr als 440.000 Euro.

AG City will ganzjähriges Lichtkonzept für Kudamm entwickeln

Auf die Suche nach Sponsoren begab sich der Händlerverband AG City. Dieser organisiert jedes Jahr die Weihnachtsbeleuchtung. Im Oktober gab er bekannt, dass er ein langfristiges Finanzierungskonzept entwickeln will – nicht nur für die Beleuchtung des Kudamms zur Weihnachtszeit, sondern während des ganzen Jahres. Dabei kommt er der Forderung der Senatsverwaltung, wonach Immobilienbesitzer nun für das Lichtkonzept aufkommen sollen, entgegen.

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In diesem Zusammenhang erklärte Klaus-Jürgen Meier, Vorstandvorsitzender der AG City, dass er gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Verbands einen sogenannten Business Improvement District (BID) starten wolle. Innerhalb eines BID beteiligen sich Immobilienbesitzer an der Finanzierung eines bestimmten Projekts wie zum Beispiel dem Lichtkonzept. Im aktuellen Vorhaben sollen Immobilieninhaber vom Wittenbergplatz bis zum Ortsteil Halensee einbezogen werden, um die Straßen vor ihren Gebäuden das ganze Jahr über zum Leuchten zu bringen.

Beleuchtung soll nachhaltiger werden

Mit vielen Beteiligten sei er derzeit im Gespräch, sagte Meier. Ob er den BID für die Beleuchtung des Kudamms schließlich starten kann, werde sich erst in den kommenden Wochen entscheiden. „Es sieht aber gut aus. Die Idee stößt bei Anrainern auf positive Resonanz“, sagte er.

Ob durch den BID künftig mehr Geld für die Weihnachtsbeleuchtung zusammenkommen wird, könne er noch nicht abschätzen, sagte Meier. „Wenn wir eine ganzjährige Beleuchtung des Kudamms finanzieren, stellt sich auch die Frage, in welchem Umfang man noch zusätzliche Mittel an Weihnachten braucht“, erklärte er. Vorhandene Lichtkonzepte könne man dann jedes Jahr zur Weihnachtszeit nutzen und weiterentwickeln. Dies sei auch von Vorteil in Bezug auf die Nachhaltigkeit der Beleuchtung – Lichterketten müssten zum Beispiel nicht immer wieder auf- und abgebaut werden. Wenn alles klappt, könnte bereits im nächsten Jahr die Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung am Kudamm durch den BID gesichert werden, so der AG-City-Chef.