Charlottenburg

Europas größter Strom-Netzknoten steht in Charlottenburg

Stromnetz Berlin hat in Charlottenburg einen neuen Netzknoten in Betrieb genommen. Er ist Europas größte Anlage dieser Art.

Der Netzknotenpunkt wurde am Donnerstagabend mit Illumination in Betrieb genommen.

Der Netzknotenpunkt wurde am Donnerstagabend mit Illumination in Betrieb genommen.

Foto: Andreas Gandzior

Berlin.  Am Donnerstagabend wurde Berlins neuester Netzknoten im Berliner Stromverteilungsnetz in Betrieb genommen. Der „Netzknoten Charlottenburg“ an der Quedlinburger Straße ist damit der 17. seiner Art in der Stadt.

Nach Angaben von Stromnetz Berlin wurden mehr als 30 Millionen Euro in den Neubau investiert. Das ist die größte Einzelinvestition des Unternehmens in den vergangenen Jahren, heißt es in einer Mitteilung.

Entstanden ist Europas größte Anlage dieser Art. Weitere 30 Millionen Euro werden in neue Kabel und Stromanschlüsse im angrenzenden Netzgebiet der Schaltanlage investiert. In einem Netzknoten wird die Energie auf gleiche Spannungsebenen verteilt. Mehrere Netzknoten verbinden die Teilnetze des Berliner Energienetzes.

320.000 Stromkunden werden vom neuen Netzknoten versorgt

Vom neuen Netzknoten aus werden zehn Umspannwerke in Charlottenburg-Wilmersdorf versorgt. 320.000 Haushalts- und Gewerbekunden in den Ortsteilen Charlottenburg, Moabit, Wedding, Wilmersdorf und Reinickendorf profitieren nach Unternehmensangaben so von der neuesten Technik. Zudem werden wichtige Sonderkunden durch den Neubau direkt mit elektrischer Energie beliefert.

Das Gelände, auf dem der neue Netzknoten errichtet wurde, befindet sich direkt neben dem Heizkraftwerk Charlottenburg (HKW). Stromnetz Berlin hat 2016 mit dem Neubau begonnen und ersetzt die bisherige Anlage auf dem Nachbargrundstück.

Mit 510 Megavoltamperre (MVA) ist die neue Anlage so leistungsfähig, dass sie sowohl elektrische Energie des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz Transmission aus dem europäischen Stromverbund als auch des Stromproduzenten HKW Charlottenburg aufnehmen kann. Die im Netzknoten verbaute Technik wurde im nahe gelegenen Siemenswerk in Spandau produziert.

Mit der Energie- und Verkehrswende steigt der Strombedarf

Für die Inbetriebnahme hatten sich Christian Rickerts, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Thomas Schäfer, Vorsitzender des Geschäftsführung von Stromnetz Berlin sowie Frank Büchner von Siemens Energy angesagt.

Schäfer sagte: „Heute ist ein guter Tag für Berlin und seine Infrastruktur. Berlin wächst und das in vielerlei Hinsicht. Wir begegnen diesem Wachstum mit einem umfassenden Investitionsprogramm, das die Anforderungen an ein modernes und zukunftsfähiges Stromnetz meistern und Versorgungsqualität sichern soll.“ Staatssekretär Rickerts betonte, wie elementar ein sicheres und stabiles Netz für Berlin ist. „Mit Energie- und Verkehrswende steigen der Strombedarf und die Ansprüche an das Energienetz dieser Stadt.“