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U-Bahnhöfe in der City West: So läuft die Sanierung

Die BVG saniert die U-Bahnhöfe in der City West. Geplant sind historische Eingangsbauten und ein Foodcourt am Adenauerplatz.

Anfang Dezember soll der Eingang zum U-Bahnhof Uhlandstraße wieder öffnen.

Anfang Dezember soll der Eingang zum U-Bahnhof Uhlandstraße wieder öffnen.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Berlin. Zufrieden blickt Uwe Kutscher auf den Eingang zum U-Bahnhof Wittenbergplatz. Der Bau-Chef der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) macht sich vor Ort ein Bild von den kürzlich beendeten Arbeiten. Unter den Berliner Untergrundstationen nimmt der Halt am Tauentzien eine besondere Stellung ein. Kaum ein Bahnhof in der Hauptstadt ist heute noch so prunkvoll gestaltet.

In den vergangenen Jahren hatte er allerdings von seiner Wirkung zumindest außen einiges eingebüßt. Die Fassade aus Muschelkalk hatte Löcher bekommen, Wasser trat ein und vergrößerte die Schäden. Davon ist nun nichts mehr zu sehen. Nach 19-monatiger Arbeit ist der U-Bahnhof seit Kurzem wieder saniert. Aufgearbeitet wurde die gesamte Fassade, auch die dort enthaltenen Ornamente. 2,9 Millionen Euro hat sich die BVG das Projekt kosten lassen „Ich hoffe, dass wir damit für die nächsten 20 bis 30 Jahre Ruhe haben“, sagt Kutscher.

Was am Wittenbergplatz abgeschlossen ist, ist andernorts noch im vollen Gange oder steht erst bevor. Die BVG widmet sich ihren U-Bahnhöfen in der City West. In den kommenden Jahren sollen einige von ihnen saniert und auf neuen Stand gebracht werden.

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U-Bahnhof Uhlandstraße bekommt historischen Eingangsbogen

Gearbeitet wird derzeit am U-Bahnhof Uhlandstraße. Bereits seit Anfang 2019 müssen Fahrgäste an der Endhaltestelle der Linie U1 auf den eigentlichen Haupteingang am westlichen Ende der Station verzichten. Damals hatten Fachleute der BVG erhebliche Schäden an der Tragwerkskonstruktion der Treppe festgestellt. „Wir hatten schon seit längerer Zeit Erkenntnisse, dass die Treppe stark beschädigt ist“, sagt Kutscher. „Die Ausgänge sind immer unsere Schwachstellen, weil sie ständig der Witterung ausgesetzt sind.“ Im Winter komme zusätzlich Streusalz hinzu. Das mache den Beton porös und befördere die Korrosion des Stahls.

Dennoch ahnte zunächst niemand, wie schlecht der Zustand wirklich war, ehe bei Probebohrungen eine Treppenstufe in sich zusammengebrochen sei. Der Zugang musste umgehend gesperrt werden. „Der Umfang des Schadens hat uns ziemlich überrascht. Da war nichts mehr zu reparieren“, erzählt Kutscher.

Die Arbeiten begannen dann letztlich erst mehr als ein halbes Jahr später. Solange passierte nichts – sehr zum Ärger der Fahrgäste, die zum weiter entfernten Eingang laufen mussten. Nun ist auch diese Episode bald Geschichte. Am 4. Dezember soll der Ausgang wieder eröffnet werden, sagt BVG-Projektleiter Jürgen Maschke.

Derzeit werden dafür die Wände entlang der Treppe mit teils originalen Fliesen verkleidet. Auch andere Teile sollen wieder wie früher aussehen: „Wir nehmen die Sanierung zum Anlass, auch den originalen schmiedeeisernen Bogen wieder herzustellen“, sagt Kutscher. Wie zur Zeit des Baus des Bahnhofs, wird dann wieder ein verschnörkelter Metallbogen über den Eingang führen.

U-Bahhnhof Adenauerplatz: Foodcourt geplant

Die Sanierung der Treppe schlägt dafür insgesamt mit 900.000 Euro zu Buche. Nur ein Bruchteil der fünf bis sieben Millionen Euro, die in den kommenden Jahren am gesamten U-Bahnhof ausgegeben werden sollen. Für die Haltestelle in Charlottenburg steht eine Grundinstandsetzung an.

Nachdem einzelne Fliesen von den Wänden hinter den Gleisen fielen, ließ die BVG sie alle abnehmen – und stieß auf ein weiteres Problem: In den alten Betonwänden stecken Holzbalken, die früher zur Wandbefestigung genutzt wurden. Natürlich wird das im Zuge der Sanierung ausgebessert“, sagt Kutscher. Es geht also weiter mit den Arbeiten an der Uhlandstraße. Wann das Projekt abgeschlossen sein wird, sei derzeit noch unklar. Sicher sei nur: „Vor 2022 werden hier keine neuen Fliesen dran sein.“

Dann wird ein anderes Bauprojekt der BVG ein gutes Stück den Kurfürstendamm weiter nach Westen auch bereits im Gange sein. „Der Adenauerplatz wird uns in zwei, drei Jahren so richtig beschäftigen“, sagt Kutscher. Geplant sei unter anderem ein zweiter Ausgang.

Aus Brandschutzgründen baut die BVG seit Jahren ihre U-Bahnhöfe um. Elf Stationen mit nur einem Ausgang hatten dafür zunächst einen zweiten erhalten. Nun geht das Projekt in die nächste Phase. Denn bei vielen Bahnhöfen aus den 1970er-Jahren treffen sich die beiden Treppen vom Bahnsteig auf einer gemeinsamen Zwischenebene. Im Brandfall ein großes Problem.

„Wir schauen uns diese Anlagen jetzt an und versehen sie nach und nach mit einem zweiten Ausgang“, sagt Kutscher. Gebaut würde dafür aktuell etwa an der Birkenstraße und am Nauener Platz, wo bald Eröffnung sei. Rund 40 Bahnhöfe würden es am Ende sein. Bis dahin würden allerdings noch etwa 20 Jahre vergehen, schätzt der Bau-Chef. Der Ausgang am Adenauerplatz solle wohl am nördlichen Ende Richtung Wilmersdorfer Straße liegen.

Baustelle am U-Bahnhof Bismarckstraße soll 2021 fertig werden

Im Bauvorhaben nimmt er allerdings nur einen Teilaspekt ein. Denn zugleich sollen auch die derzeit betonnackten Rückwände der Gleise wieder instand gesetzt und gefliest werden. Derzeit gebe das kein schönes Bild ab, gesteht Kutscher. Wenig besser gibt sich die Zwischenebene. Auch hier wird die BVG deshalb tätig. Die vor 20 Jahren sanierte Passage soll rundüberholt und umgestaltet werden.

„Wir müssen etwas machen, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern“, sagt Christian Klause von der BVG-Tochter Urbanis, die die Ladenflächen der Bahnhöfe verwaltet. Es gebe Probleme, die Imbisse zu vermarkten. „Wir wollen das aufhübschen und ein bisschen umwidmen.“ Geplant ist auf der Zwischenebene ein Foodcourt, ein offen gestalteter Bereich mit Tischen und Stühlen für kleinere Imbisse.

„Wir erhoffen uns durch die Kleinteiligkeit der Geschäfte, dass wir sie leichter vermieten können und sich die Fahrgäste hier lieber aufhalten.“ Baubeginn sei 2022, bis 2023 soll der Foodcourt und die Umgestaltung der Zwischenebene fertig sein, der gesamte U-Bahnhof ist für 2024 geplant. Dann wollen die Verkehrsbetriebe am Adenauerplatz rund zehn Millionen Euro ausgegeben haben.

2021 will die BVG endlich ihre ewige Baustelle am U-Bahnhof Bismarckstraße abschließen. Geplant seien demnächst auch Arbeiten an der Station Wilmersdorfer Straße. „In zwei, drei Jahren“, so Kutscher, „sind wir dann mit den großen Bahnhöfen im Westen fertig.“