Bildung

Streit um Europaschulklassen in Charlottenburg

Plätze in Europaschulklassen an der Friedensburg-Oberschule würden wegfallen, beklagen Eltern. Die Bildungsstadträtin dementiert.

An der Friedensburg-Oberschule in Charlottenburg würden Plätze in Europaschulklassen gestrichen werden, monieren Eltern (Archivbild).

An der Friedensburg-Oberschule in Charlottenburg würden Plätze in Europaschulklassen gestrichen werden, monieren Eltern (Archivbild).

Foto: Friso Gentsch / dpa

An der Friedensburg-Oberschule in Charlottenburg würden Plätze in Europaschulklassen gestrichen werden, monieren Eltern. Deswegen starteten sie eine Online-Petition zur Rettung der Staatlichen Europa-Schule Berlin (SESB). Adressiert ist diese unter anderem an Heike Schmitt-Schmelz (SPD), Bildungsstadträtin für Charlottenburg-Wilmersdorf. Schmitt-Schmelz dementiert jedoch den Wegfall von SESB-Klassen. Außerdem, sagt sie, sei sie in Mails von Eltern beschimpft und dabei „mit Rechtsextremen und Nazis verglichen“ worden.

„Für das kommende Schuljahr 2021/22 soll der jahrelang gewohnte vierte Zweig der SESB gestrichen werden“, steht in der Petition, die am Freitagnachmittag bereits von mehr als 1500 Unterstützern unterschrieben wurde. Die SESB-Klassen sollen demnach von vier auf drei reduziert werden. Die begehrten bilingualen Schulplätze müssten jedoch gerettet werden, da ansonsten die „kulturelle Vielfalt“ wie auch die „internationale Zusammenarbeit“ der Schule gefährdet seien.

Nur drei Europaschulklassen von Senatsverwaltung genehmigt

Schmitt-Schmelz erklärt jedoch, dass es keine vierte SESB-Klasse an der Schule gebe. „An der Friedensburg-Oberschule existieren drei von der Senatsverwaltung für Bildung genehmigte Europaschulklassen“, sagt die Stadträtin. In den Vorjahren seien die SESB-Klassen zwischenzeitlich auf insgesamt vier aufgestockt worden, jedoch nur, wenn es „Bedarf“ nach den Plätzen gegeben habe.

Dieser Bedarf ist aus Schmitt-Schmelz Sicht momentan nicht geben. Plätze in regulären Klassen würden stattdessen an der Oberschule benötigt und müssten aufgestockt werden. Auch eine künftige Aufstockung der SESB-Plätze auf vier Klassen möchte sie nicht im Vorhinein ausschließen. Sie habe an die Schule kommuniziert, sich dafür einzusetzen, wenn es Bedarf gebe. Enttäuscht zeigt Schmitt-Schmelz sich darüber, dass Eltern nicht das Gespräch mit ihr suchten, bevor sie die Petition gestartet hatten und sie beleidigende E-Mails erhielt. Nun aber wolle sie mit Eltern und Schulleitung „ins Gespräch“ kommen, wie sie sagt.