Initiative

Petition gegen Raser am Kudamm und seinen Seitenstraßen

Nach dem Raser-Unfall fordert eine Initiative Verkehrsberuhigung rund um den Kurfürstendamm. Sawsan Chebli unterstützt die Forderung.

Die Kreuzung von Kudamm und Dahlmannstraße.

Die Kreuzung von Kudamm und Dahlmannstraße.

Foto: Claudia Korovyak

Berlin. Nicht nur am Kurfürstendamm, sondern auch an der anliegenden Dahlmannstraße würde gerast, moniert eine Anwohnerinitiative. Deswegen hat sie eine Petition mit dem Titel „Gegen Raser am Kudamm und den Seitenstraßen“ gestartet. Innerhalb weniger Wochen hat sie 500 Unterschriften von Unterstützern des Anliegens gesammelt. Anfang der kommenden Woche will sie die Unterschriftensammlung Bezirksverordnetenvorsteherin Annegret Hansen (SPD), im Beisein von Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD), überreichen.

„Die Idee zu der Unterschriftenaktion ist aus einer Emotion heraus entstanden“, erklärt Claudia Korvyak, eine der Initiatorinnen. Der Raserunfall am 31. August, bei dem eine Mutter und ihre Tochter schwer verletzt worden waren, habe Korvyak und anderen Anwohnern vor Augen geführt, dass sie gefährlichem Fahrverhalten in ihrem Kiez Einhalt gebieten wollen. An der Dahlmannstraße gelte Tempo 30 für Autofahrer. Daran halte sich aber kaum jemand, sagt Korvyak.

Sawsan Chebli ist als Anwohnerin „selbst betroffen“

Konkret fordert die Initiative, dass vier Bodenwellen und ein Zebrastreifen an der Dahlmannstraße errichtet werden. Zudem müsse die Tempo-30-Zone mit zusätzlichen Schildern oder Fahrbahnbeschriftungen deutlicher markiert werden. Prominente Unterstützung bei ihrem Vorstoß erhalten die Anwohner von Sawsan Chebli, die sich momentan gegen den Regierenden Bürgermeister Michael Müller um den Bundestagswahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf bewirbt.

„Verkehrsberuhigung ist ein großes Thema für die Anwohner der Kudamm-Region“, sagt Chebli zu der Aktion, „ich bin ja, als Anwohnerin, mit meiner Familie selbst betroffen.“ Die Dahlmannstraße diene insbesondere nachts Autorasern als „erste Imponier-Etappe“, so Chebli. An der Kreuzung von Dahlmann- und Sybelstraße würden diese sich regelmäßig treffen, um von dort aus zu illegalen Autorennen am Kurfürstendamm aufzubrechen.

Petition gegen Raser am 15. September gestartet

Ähnliches berichtet Korvoyak. Auch sie habe beobachtet, dass sich junge Männer mit „hochmotorisierten Autos“ vor Cafés an der Dahlmannstraße träfen, um ihre Rennen dort zu beginnen. „Wir können uns hier nicht alles gefallen lassen“, sagt sie. Deswegen starteten Korovyak und ihre Mitstreiterinnen Sandra Robinson und Sonja Arendt am 15. September die Unterschriftenaktion. Die Resonanz sei sehr positiv gewesen. Bereits nach wenigen Wochen fanden sich 500 Unterstützer, so Korovyak.

Unterstützung erhält die Initiative auch von zwei Fraktionen im Bezirk. So beabsichtigt die SPD, einen Antrag in die kommende Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einzubringen, die verkehrsberuhigende Maßnahmen an der Dahlmannstraße fordert. „Bauliche Maßnahmen wie Bodenwellen und eine bessere Markierung der Tempo-30-Zone sind aus unserer Sicht sinnvoll“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Sempf.

Grüne fordern Straßensperrungen

Auch Ansgar Gusy, baupolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, begrüßt den Vorstoß der Anwohner. Der Kudamm und umliegende Straßen müssten „entschleunigt“ werden, so Gusy. Er habe bereits mit Vertretern der Initiative gesprochen. „Ich habe ihnen empfohlen, darüber zu diskutieren, wie man den Durchgangsverkehr künftig aus Seitenstraßen wie der Dahlmannstraße herausführen kann“, sagt Gusy. Straßensperren in der Fahrbahnmitte sind nach Ansicht der Grünen hierfür ein ideales Mittel.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Felix Recke appelliert hingegen an die Initiative, „das große Ganze nicht aus dem Blick“ zu verlieren. Das Problem bei der Verkehrsberuhigung an nur einer Straße sei, dass dies zu „neuen Problemen an der nächsten“ führe. Sinnvoll sei deshalb, alle Straßen des Bezirks gemeinsam in Hinblick auf eine mögliche Verkehrsberuhigung zu prüfen. Dann erst könne man bewerten, „wo bauliche Veränderungen notwendig sind“, so Recke.