Lichtkonzept

Kurfürstendamm soll das ganze Jahr beleuchtet werden

Bunte Lichter für den Kudamm nicht nur zur Weihnachtszeit – eine Vision des Verbands AG City. Er will ein Konzept starten.

Die Weihnachtsbeleuchtung auf dem Kurfürstendamm wird am 27. November 2019 eingeschaltet (Archivbild).

Die Weihnachtsbeleuchtung auf dem Kurfürstendamm wird am 27. November 2019 eingeschaltet (Archivbild).

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

In bunten Farben erstrahlt der Kudamm jedes Jahr während der Advents- und Weihnachtszeit. Um die Finanzierung der Beleuchtung muss jedoch Jahr für Jahr von Neuem gerungen werden. Der Händlerverband AG City möchte nun Abhilfe schaffen. Er will ein langfristiges Finanzierungskonzept entwickeln – nicht nur für die Beleuchtung des Kudamms zur Weihnachtszeit, sondern während des ganzen Jahres.

Für Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG City, biete ein ganzjähriges Lichtkonzept für die Einkaufsstraße viele Vorteile, wie er sagte. Zum einen würde mehr Licht die Straße sicherer für Passanten machen. Zum anderen würde es die „Aufenthaltsqualität“ steigern und dazu beitragen, dass der Kudamm eine beliebte Touristenattraktion bleibt. Möglichst „bunt und kontrastreich“ sollen die Illuminationen laut Meier gestaltet werden.

Mehr Licht am Kurfürstendamm von Wittenbergplatz bis Halensee

Meier möchte deswegen gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der AG City einen sogenannten Business Improvement District (BID) starten. Innerhalb eines BID beteiligen sich Immobilienbesitzer an der Finanzierung eines bestimmten Projekts wie zum Beispiel dem Lichtkonzept. Im aktuellen Vorhaben sollen Immobilieninhaber vom Wittenbergplatz bis zum Ortsteil Halensee einbezogen werden, um die Straßen vor ihren Gebäuden zum leuchten zu bringen.

Mit vielen Beteiligten sei er derzeit im Gespräch, sagte Meier. Ob er den BID für die Beleuchtung des Kudamms schließlich starten kann, werde sich erst in den kommenden Wochen entscheiden. „Es sieht aber gut aus. Die Idee stößt bei Anrainern auf positive Resonanz“, sagte er.

Weihnachtsbeleuchtung könnte fünf Jahre lang finanziert werden

Die AG City hat bereits einige Erfolge in Zusammenhang mit den BIDs vorzuweisen. So initiierte der Verbund unter anderem ein Finanzierungsprogramm für eine gründlichere Reinigung des Kudamms. „Staatliche Dienstleistungen wie die Straßenreinigung werden durch einen BID ergänzt“, erklärte Meier. Die beteiligten Immobilienbesitzer verpflichten sich gegenüber dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag, für die erforderlichen Mittel aufzukommen. Der Finanzierungszeitraum für jeden BID beträgt fünf Jahre.

Eine fünfjähriges Finanzierungsprogramm für die Weihnachtsbeleuchtung des Kudamms gilt als großer Fortschritt. Seit der Senat die Werbeverträge mit dem Stadtmöblierer Wall Ende 2018 nach 15 Jahren auslaufen ließ, gibt es keine gesicherten Gelder mehr für die Beleuchtung der Einkaufsstraße. Die AG City muss deshalb nun von Jahr zu Jahr Gelder bei der Senatswirtschaftsverwaltung beantragen und private Sponsoren um zusätzliche Mittel bitten.

Dieses Jahr weniger Geld für Weihnachtsbeleuchtung am Kudamm

In diesem Jahr wird die Summe, die in die vielen Lichter entlang des Boulevards fließt, aber wohl deutlich kleiner ausfallen als zuvor. Standen der AG City 2019 noch 600.000 Euro zur Verfügung, muss sie sich dieses Jahr nach aktuellem Stand mit höchstens 400.000 Euro zufrieden geben, schätzte Meier. Reinhard Naumann (SPD), Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, rief deshalb Anfang Oktober weitere mögliche Sponsoren dazu auf, sich bei ihm zu melden. Jeder Euro könne zu einer „strahlenden Weihnachtsbeleuchtung“ beitragen, so Naumann.

Könnten durch den geplanten BID künftig mehr Gelder für die Weihnachtsbeleuchtung zusammenkommen? Das könne er noch nicht einschätzen, sagte Meier. „Wenn wir eine ganzjährige Beleuchtung des Kudamms finanzieren, stellt sich auch die Frage, in welchem Umfang man noch zusätzliche Mittel an Weihnachten braucht“, erklärte er. Vorhandene Lichtkonzepte könne man dann jedes Jahr zur Weihnachtszeit nutzen und weiterentwickeln. Dies sei auch von Vorteil in Bezug auf die Nachhaltigkeit der Beleuchtung – Lichterketten müssten zum Beispiel nicht immer wieder auf- und abgebaut werden.

Mit Vertretern der Senatswirtschaftsverwaltung habe er bereits über die Idee für den neuen BID gesprochen, so Meier. Aus dem Haus von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) waren auf Anfrage jedoch keine Informationen über ein langfristiges Beleuchtungskonzept für den Kudamm zu erhalten. Falls alle beteiligten Immobilienbesitzer dem geplanten BID zustimmen, rechnet Meier mit einer möglichst raschen Umsetzung des Lichtkonzepts. „Es ist ein ehrgeiziges Ziel, aber vielleicht können wir schon im nächsten Jahr die Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung am Kudamm sichern“, so der AG-City-Chef.