Neubau

So soll der neue Wohnkomplex an der Fechnerstraße aussehen

Mieter wollten nicht ausziehen, Pläne fielen im Bauausschuss durch. Neue Entwürfe für das Areal an der Ecke Uhland-/Fechnerstraße.

So soll der neue Wohnkomplex an der Fechnerstraße aussehen.

So soll der neue Wohnkomplex an der Fechnerstraße aussehen.

Foto: Patzschke Schwebel, SMC GmbH, Krieger + Schramm / Lea Verstl

Berlin. Dem Investor Krieger + Schramm wurden bei seinem Neubauvorhaben an der Ecke Uhlanstraße/Fechnerstraße einige Steine in den Weg gelegt: Zunächst wehrten sich Mieter der Fechnerstraße 7 gegen den Abriss und ihre Verdrängung aus dem alten Gebäude. Dann fielen die Pläne für den Neubau im Bauauschuss Charlottenburg-Wilmersdorf durch. Am Mittwochabend stellte Philipp Mühlberg, Geschäftsführer das Planungsbüro SMC, neue Entwürfe vor. Und sie stießen erneut auf Kritik.

Krieger + Schramm plant, insgesamt 130 Wohnungen zu bauen, darunter vor allem Ein- und Zweizimmerwohnungen. Die Entwürfe sehen nur zwei Dreizimmerapartments vor. In der Tiefgarage werden die Stellplätze für Pkw auf insgesamt sieben verringert. Im Erdgeschoss soll es weiterhin Flächen für Gastronomiebetriebe geben. Bis auf den Besitzer eines italienischen Restaurants haben alle Wirte, die auch bislang im Gebäude arbeiten, die Absicht geäußert, wieder einzuziehen, versichert Mühlberg. Der Neubau soll fünf bis sechs Geschosse sowie ein Staffelgeschoss umfassen.

Linke und Grüne lehnen neue Entwürfe ab

Mühlberg gab sich Mühe, auf die Anforderungen einzugehen, die der Bauausschuss an das Bauvorhaben stellt. Bei einer vorangegangenen Präsentation wurden unter anderem die Arkaden bemängelt, die der Bauherr im Erdgeschoss plant. Durch dicht gedrängte Säulen könnten dunkle Ecken entstehen, die vermüllt werden könnten und nicht dazu einladen, sich dort aufzuhalten, hatte der Ausschuss damals argumentiert.

Der Investor plant nun, die Arkaden höher und breiter zu gestalten. Mit diesem Vorschlag waren nicht alle Fraktionen zufrieden. So war Ansgar Gusy, baupolitische Sprecher der Grünen, der Überzeugung, dass eine Vielzahl von Arkaden im urbanen Raum „nicht funktionieren" könne. Ähnlich äußerte sich Niklas Schenker, Vorsitzender der Links-Fraktion. Gusy und Schenker lehnten die neuen Entwürfe in ihrer Gesamtheit ab. Sie verwiesen darauf, dass sich auch das neu geplante Gebäude nicht in den Stil der Gründerzeitbauten der Umgebung einfüge. Diese Bedenken hatte der Bauauschuss bereits in Bezug auf die alten Entwürfe geäußert.

Mieter hatten sich gegen Abriss von Wohnhaus gewehrt

Aufgrund der Kritikpunkte hatte der Ausschuss damals beschlossen, für den Wohnkomplex ein Architektenwettbewerb auszuloben. Von diesem Beschluss sollte er Gusy zufolge nicht abweichen, da auch an den neuen Entwürfen noch intensiv weitergearbeitet werden müsse. Zudem brachte Gusy die Verdrängung der Mieter im alten Gebäude zur Sprache.

Zwei Jahre hatten sieben Mietparteien gegen den Abriss ihres Wohnhauses in der Fechnerstraße 7 gekämpft. Sie wollten ihre Wohnungen behalten. Ihr Protest erregte deutschlandweit Aufmerksamkeit, unter anderem durch eine Dokumentation im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Schließlich konnte sich Krieger + Schramm mit den Mietern einigen, nachdem ihnen eine Abfindung gezahlt wurde.

Gusy betonte aber, dass sie ihre Wohnungen gerne behalten hätten und ausgezogen seien, weil sie „unter Druck“ gestanden hätten. Ähnlich äußerte sich eine der Mieterinnen, Alexandra Elgert, die gemeinsam mit ihrer Mutter für den Verbleib in der Fechnerstraße gekämpft hatte. „Wir haben keine Kraft mehr, für den Verbleib in den Wohnungen zu kämpfen. Jetzt wurde uns vonseiten des Investors eine gute Alternative angeboten und wir haben sie angenommen“, sagte Egelt nach der Unterzeichnung des Aufhebungsvertrags Ende Juni.