Sozialdemokraten

Müller muss in Mitgliederentscheid gegen Sawsan Chebli

Der Weg des Regierenden zur Kandidatur in Charlottenburg-Wilmersdorf führt über ein Mitgliedervotum, entscheidet der Kreisvorstand.

Wollen beide SPD-Kandidaten in Charlottenburg-Wilmersdorf werden: Michael Müller und seine Staatssekretärin Sawsan Chebli

Wollen beide SPD-Kandidaten in Charlottenburg-Wilmersdorf werden: Michael Müller und seine Staatssekretärin Sawsan Chebli

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin. Michael Müller muss sich auf seinem Weg zu einer Bundestagskandidatur in Charlottenburg-Wilmersdorf einem Votum der SPD-Basis stellen. Der Kreisvorstand der Sozialdemokraten in der City-West stimmte am Donnerstagabend dafür, die Mitglieder entscheiden zu lassen, wer bei der Bundestagswahl für die Sozialdemokraten ums Direktmandat kämpfen soll. So muss der Regierende Bürgermeister, der seine Laufbahn im kommenden Jahr im Bundestag fortsetzen möchte, den parteiinternen Wahlkampf gegen seine Staatssekretärin Sawsan Chebli aufnehmen.

Die beiden designierten Kreisvorsitzenden Franziska Becker und Kian Niroomand, die nach Jahrzehnten Müllers Vertrauten Christian Gaebler ablösen werden, hatten sich für eine solche Lösung stark gemacht. „Wir stärken die innerparteiliche Willensbildung bei einer wichtigen personellen Entscheidung in einem großen SPD-Kreisverband und leisten einen Beitrag für eine attraktive und moderne City-SPD“, erklärten sie nach der Entscheidung. Beide sind nur deshalb noch nicht im Amt, weil Parteitage coronabedingt bisher nicht möglich waren.

2464 Charlottenburg-Wilmersdorfer SPD-Mitglieder würden demnächst eingeladen, ihr Votum wahlweise online oder schriftlich abzugeben.

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Michael Müller hat sich für einen Mitgliederentscheid ausgesprochen

Müller selbst war in der Sitzung in die Offensive gegangen und hatte sich für einen Mitgliederentscheid ausgesprochen, berichteten Teilnehmer. Er und seine Unterstützer wollten so dem Argwohn entgegentreten, sie wollten eine nur mit den Delegierten ausgehandelte Personalauswahl. Chebli hätte das als undemokratisch und gegen sie gerichtet verstehen können. Schließlich verzichtete der Kreisvorstand auf die eigentlich geplante geheime Abstimmung und entschied offen bei einer Enthaltung für die Basisbefragung.

Es wird nun damit gerechnet, dass der erste Wahlgang bis Ende Oktober abgeschlossen werden kann. Denn zwar konzentriert sich alles auf das Duell zwischen Müller und Chebli, die als frühere Sprecherin des Auswärtigen Amtes in den Medien bestens vernetzt ist und schon aktiv um Unterstützung wirbt. Es ist damit zu rechnen, dass sich die beiden zumindest einmal in einer Diskussionsrunde begegnen und die Mitglieder von sich überzeugen können. Aber die beiden sind nicht allein im Rennen. Drei weitere Sozialdemokraten haben einen Bewerbungsbrief abgegeben. Alle drei sind aber selbst im Kreisverband relativ unbeschriebene Blätter.