Charlottenburg-Wilmersdorf

Forderung nach Verkehrsmaßnahmen auf der Schloßbrücke

Neben der BVV kämpft auch der SPD-Abgeordnete Christian Hochgrebe für mehr Verkehrssicherheit an der Schloßstraße. Die Vorschläge.

Christian Hochgrebe neben dem weißen Fahrrad, das zum Gedenken an die Unfalltote an der Schlossbrücke aufgestellt wurde.

Christian Hochgrebe neben dem weißen Fahrrad, das zum Gedenken an die Unfalltote an der Schlossbrücke aufgestellt wurde.

Foto: Lea Verstl

Berlin. Der tödliche Unfall einer Radfahrerin im vergangenen Jahr hat gezeigt, wie gefährlich die Verkehrssituation an der Schloßbrücke ist. Deswegen suchen nicht nur sämtliche Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf nach einer Lösung für die Gefahrenlage, sondern auch Christian Hochgrebe (SPD), Mitglied des Abgeordnetenhauses.

Ideen, wie die Gefahr beseitigt werden könnte, gibt es viele. Bei einem Ortstermin erklärt Hochgrebe, welche Maßnahmen seiner Ansicht nach sinnvoll sind, um die Verkehrssituation zu verbessern. Einen entsprechenden Antrag reichte er am Dienstag beim Arbeitskreis für Verkehr der SPD-Fraktion ein.

Weder ein Zebrastreifen noch eine Ampel für Fußgänger

Besonders dringenden Handlungsbedarf sieht Hochgrebe am Ort der damaligen Unfallstelle kurz vor der Schloßbrücke auf Höhe des Charlottenburger Ufers. Eine 69 Jahre alte Radfahrerin wurde dort im Dezember 2019 von einem Autofahrer erfasst. Sie wollte eine Straße überqueren, nachdem eine Ampel Grün gezeigt hatte. In der Zwischenzeit wurde diese vorübergehende Baustellenampel wieder abgebaut.

Wenn Fußgänger nun über die Straße gehen möchten, stehen ihnen weder ein Zebrastreifen noch eine Ampel zur Verfügung - sondern lediglich eine Mittelinsel mit Pollern darauf.

„Die Situation für Fußgänger und Radfahrer ist bereits auf dem Gehweg am Charlottenburger Ufer gefährlich, weil es hier keinen separaten Radweg gibt“, sagt Hochgrebe, als er vor der Brücke steht. Neben ihm steht das weiße Fahrrad, das zum Gedenken an die Unfalltote aufgestellt wurde.

BVV und Hochgrebe fordern Ampelschaltung für Gefahrenstelle

Wie er das meint, wird schnell klar: Hinter ihm versucht gerade eine Frau mit Kinderwagen, die Straße vom Ufer kommend zu überqueren. Neben ihr hält eine Radfahrerin. Der Raum am Fahrbahnrand ist eng und unübersichtlich. Beide versuchen, Einsicht in die Straße in Richtung Luisenplatz zu gewinnen – was wegen einer Kurve nicht leicht fällt. Erst nach mehrmaligen Blicken in beide Fahrtrichtungen gelingt beiden Frauen der Übergang.

Mit seinem Antrag möchte Hochgrebe die Senatsverwaltung zum einen dazu bewegen, den fehlenden Radweg auf dem Bürgersteig des Charlottenburger Ufers zu markieren. Zum anderen fordert er, an der Gefahrenstelle eine Ampelschaltung zu errichten.

Diese Forderung stellen auch die Bezirksverordneten in Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Verkehrsausschuss der BVV stimmte in seiner jüngsten Sitzung einem Antrag mit dem gleichen Ziel zu.

Erweiterte 30er-Zone bis zum Luisenplatz

Noch ein weiteres Problem fällt ins Auge. Hochgrebe zeigt auf die Autos, die an ihm vorbeifahren. Eigentlich gilt das Tempolimit von 30 Stundenkilometern. Doch kaum jemand hält sich daran. Das Problem liegt hier wohl auch in mangelnden Kontrollen, meint Hochgrebe: „Auf eine meiner Anfragen hatte die Senatsverwaltung geantwortet, dass in diesem Bereich seit mehreren Jahren keine Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt wurden. Das ist alarmierend.“

Die Anfrage hatte er bereits im März 2019 gestellt – noch vor dem tödlichen Unfall. Nun will er erreichen, dass stationäre Blitzer aufgestellt werden. Auch eine Erweiterung der 30er-Zone bis zum Luisenplatz sowie am Tegeler Weg könnte zur Verkehrsberuhigung beitragen. Während Hochgrebe die Erweiterung für sinnvoll hält, waren sich die bezirklichen Fraktionen im Verkehrsausschuss über diese Frage uneinig. FDP und CDU stimmten in der Sitzung gegen eine verlängerte 30er-Zone, während SPD, Grüne und Linke dafür waren.

Ein weiterer Streitpunkt unter den Fraktionen ist, ob bauliche Veränderungen, beispielsweise in Form von Bodenwellen, vorgenommen werden sollen, um die Autofahrer auszubremsen.

Beschluss des Abgeordnetenhauses frühestens Ende des Jahres

Hochgrebe erklärt, dass weitere Stellen an der Schloßbrücke Gefahren bergen. So ist der Zustand der roten Markierung für den Radweg auf der Brücke brüchig und in Teilen bereits vom Asphalt abgeblättert. Auch hier müsste eine neue Markierung her, fordert er. Am anderen Ende der Brücke angekommen, zeigt er, warum die Unfallgefahr auch hier erhöht ist: An der Kreuzung von Tauroggener Straße, Mierendorffstraße und Tegeler Weg gibt keine separate Spur für Rechtsabbieger, hingegen zwei für Linksabbieger.

Diese Spurführung sei „sehr unübersichtlich“, betont der Abgeordnete. Und er rechnet in Zukunft mit einem noch höheren Verkehrsaufkommen auf der Schlossbrücke, sobald die Rudolf-Wissell-Brücke saniert wird. „Wir müssen deswegen jetzt handeln, damit sich solch ein schrecklicher Unfall wie Ende letztens Jahres nicht wiederholt“, sagt er. Mit einem Beschluss des Abgeordnetenhauses sei jedoch frühestens Ende des Jahres zu rechnen.