Derby am Freitag

Derby: Senat will bei Sperrstunde mit Augenmaß vorgehen

Die Berliner Polizei erwartet zum Derby am Freitag verantwortungsbewusste Fans, ist trotzdem mit mehreren Hundert Kräften im Einsatz.

Geisterkulisse im Berliner Olympiastadion

Geisterkulisse im Berliner Olympiastadion

Berlin. Lange hatten die Fans der beiden Hauptstadtklubs auf das Rückspiel von Hertha BSC gegen den 1. FC Union im Olympiastadion hingefiebert. Das Berliner Bundesligaderby sollte bereits am 21. März stattfinden, wurde aber wegen der Corona-Pandemie verschoben.

An diesem Freitag ist es nun soweit. Anstoß ist um 20.30 Uhr, allerdings vor leeren Rängen. Und die Sicherheitsbehörden gehen nicht davon aus, dass Fans in großen Gruppen zum Stadion ziehen werden. Auf das Gelände werden sie laut eines Sprechers der Senatsverwaltung für Inneres und Sport ohnehin nicht gelassen. Sollten gegnerische Fans zusammentreffen, werde man sie konsequent trennen.

Hertha gegen Union: S-Bahn fährt planmäßig zum Olympiastadion

„Es werden im Hinblick auf die Einhaltung der Abstandsregelungen diverse Fan-Treffpunkte, beziehungsweise Brennpunkte aufgesucht“, sagte eine Polizeisprecherin. Auch am Stadion werde man präsent sein. Konkrete Hinweise auf Aktionen gebe es nicht. „Jedoch ist nicht auszuschließen, dass Einzelpersonen das Umfeld des Stadions aufsuchen werden, um insbesondere das Eintreffen der Spielerbusse abzuwarten.“ Man werde mit mehreren Hundert Kräften im Einsatz sein – weniger „als im Ligabetrieb mit Publikum üblich“.

Auch die Bundespolizei, die entlang der S-Bahn zuständig ist, erwartet keine großen Bewegungen. „Wir sind uns der Besonderheit des Spiels bewusst und werden unser Augenmerk auf An- und Abreiseverkehr legen“, sagte Sprecher Jens Schobranski. Aber wie beim Revierderby Dortmund gegen Schalke am vergangenen Sonnabend erwarte auch er verantwortungsbewusste Berliner Fans.

„Die S-Bahn Berlin fährt am Freitag planmäßig in Richtung Olympiastadion“, sagte eine Bahnsprecherin auf Anfrage. Sonderzüge, wie sonst üblich, werde es allerdings nicht geben. Auch die BVG plant nichts über den Normalbetrieb hinaus, „weil es schlicht nicht notwendig ist und dort keine Massen an Menschen hingehen werden“, sagte Sprecher Jannes Schwentu.

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Hertha gegen Union: Polizei will bei Sperrstunde ein Auge zudrücken.

Das Spiel wird gegen 22.15 Uhr enden und in zahlreichen Kneipen und Restaurants übertragen. Die müssten wegen der Corona-Auflagen allerdings bereits eine Viertelstunde vorher schließen. Doch obwohl die Partie etwas länger dauern wird als die vorgeschriebene Corona-Sperrstunde um 22 Uhr, würden die Kontrolleure mit Augenmaß vorgehen, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Inneres und Sport am Freitag auf Anfrage.

Der Hauptgeschäftsführer des Berliner Gastroverbandes Dehoga, Thomas Lengfelder, war sich sogar sicher: „Es wird heute Abend keine Kontrollen geben.“ Allerdings empfahl er, die persönliche Analyse unmittelbar nach Spielende auf den Heimweg zu verschieben.

Zuvor hatte Thorsten Brix, Betreiber des "Alt-Berliner Biersalons" auf dem Kurfürstendamm noch gesagt, er habe vom Ordnungsamt erfahren, „dass, wenn diese Regel auch nur um kurze Zeit überschritten wird, eine Räumung durch die Polizei mit erheblichen Geldstrafen droht.“

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