Kantstraße

Falschparker: Abschleppen auf Pop-up-Radweg nicht möglich

Der Pop-up-Radweg an der Kantstraße wird teilweise zugeparkt. Darum können Falschparker nicht abgeschleppt werden.

Der Pop-up-Radweg in der Kantstraße ist noch immer nicht fertig.

Der Pop-up-Radweg in der Kantstraße ist noch immer nicht fertig.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

  • Ein Pop-up-Radweg auf der Kantstraße soll für mehr Sicherheit sorgen.
  • Doch der Radweg in Charlottenburg wird immer wieder von Autofahrern zugeparkt.
  • Doch die Autos können nicht abgeschleppt werden.

Für viele Radfahrer ist der Pop-up-Radweg an der Kantstraße mittlerweile eher ein Ärgernis als eine Freude. Denn die Markierarbeiten können seit Wochen nicht abgeschlossen werden. Falschparker versperren den Radstreifen. Und sie können noch nicht einmal abgeschleppt werden. Denn solange der Radweg nicht vollständig markiert und mit Straßenschildern versehen ist, gilt die verkehrsrechtliche Anordnung nicht, auf deren Grundlage das Ordnungsamt abschleppen darf.

Das bestätigte Oliver Schruoffeneger (Grüne), Verkehrsstadtrat für Charlottenburg-Wilmersdorf, auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Wann die Arbeit am Radstreifen fertig und somit das Abschleppen möglich ist, darüber kann er nur mutmaßen: „Ich schätze, Ende der kommenden Woche.“

Schlechte Witterungsbedingungen sorgen für Verzögerungen bei der Markierung. Das Problem: Zunächst wurde der temporäre Radweg nur bis zum 31. Mai genehmigt. Schruoffeneger habe beim Senat zwar um eine Verlängerung der Genehmigung gebeten, aber noch keine Antwort erhalten, sagt er.

Schruoffeneger schließt Radweg mit Pollern für Kantstraße aus

Der Verkehrsstadtrat hält eine Verlängerung des Pop-up-Radwegs für sinnvoll, weil er darin neue Möglichkeiten für die Kantstraße erkennt: „Das gibt uns mal die Chance, für ein paar Wochen etwas zu probieren.“ Einen breiteren Radstreifen halten viele an der Kantstraße für dringend nötig. Bei einem Großteil der Radfahrer gilt die Hauptstraße in der City West als gefährliche Route. Dafür sorgen viele in zweiter Reihe parkende Autos und manche, die zu schnell fahren. Trauriger Höhepunkt: Im Februar starb ein 64-jähriger Radfahrer am Savignyplatz, nachdem ein Autofahrer ihn von hinten kommend angefahren hatte.

Seit dem tödlichen Unfall beraten das Bezirksamt und die Bezirskverordnetenversammlung (BVV) intensiv darüber, wie man die Kantstraße umgestalten und für Fahrradfahrer sicherer machen kann. „Ich hatte eigentlich die Idee, dass die zwei Fahrstreifen zum Norden hin als Radwege genutzt werden und die in südlicher Richtung für den Autoverkehr“, sagt Schruoffeneger. Dies sei jedoch vermutlich zu kompliziert, da breitere Kurvenradien für die Fahrbahnen gebaut werden müssten. Auch die Verpollerung eines Radwegs schließt Schruoffeneger aus, weil die Kantstraße für solche Maßnahmen nicht genügend Platz biete.

Stadtrat Arne Herz hält Verkehrssituation für „hochgefährlich“

Die FDP-Fraktion der BVV legte bereits ein Konzept für die Kantstraße vor, wonach der Mittelstreifen der Kantstraße einer breiteren Spur jeweils für Busse und Autos weichen soll. Die fünf Meter breite Fahrbahn für Busse soll demnach mit Radfahrern geteilt werden. Den Pop-up-Radweg hält Felix Recke hingegen für einen „Schnellschuss, der sogar noch mehr Chaos, Stau und Gefährdung für Verkehrsteilnehmer verursacht.“ Nun räche sich, dass ein Konzept für eine dauerhafte Umgestaltung der Straße fehle.

Ordnungsstadtrat Arne Herz (CDU) schlägt auf Twitter ähnliche Töne an. Der Radweg sei vonseiten der Senatsverwaltung „in jeder Hinsicht dilettantisch aufgezogen,“ was die Situation in der Kantstraße „hochgefährlich“ mache.