Verkehrsausschuss

Tauentzienstraße wird probeweise zur Fußgängerzone

Die Tauentzienstraße soll probeweise für mehrere Wochen für Autos gesperrt werden. Kritik kommt von CDU und AG City.

Die Tauentzienstraße wird voraussichtlich innerhalb dieses Jahres mehrere Wochen für den Autoverkehr gesperrt.

Die Tauentzienstraße wird voraussichtlich innerhalb dieses Jahres mehrere Wochen für den Autoverkehr gesperrt.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Berlin. Die Tauentzienstraße soll probeweise zur Fußgängerzone werden. Der Straßenabschnitt zwischen der Joachimsthaler Straße und dem Wittenbergplatz wird voraussichtlich innerhalb dieses Jahres mehrere Wochen für den Auto-Verkehr gesperrt. Der Verkehrsausschuss in Charlottenburg-Wilmersdorf (BVV) hat einen entsprechenden Antrag der FDP angenommen.

So wird die Bezirksverordneten-Versammlung (BVV) am 19. März wohl ebenfalls für den Vorschlag stimmen. „Mit der Fußgängerzone möchten wir die City West insgesamt aufwerten,“ sagte Felix Recke, Fraktionsvorsitzender der FDP im Bezirk. Der Aufenthalt für Fußgänger am Kurfürstendamm wie auch am Breitscheidplatz soll angenehmer gestaltet werden. Die Sicherheit des Breitscheidplatzes könnte mit dem neuen Konzept verbessert werden, da man ihn aus Richtung des KaDeWe nicht mehr ansteuern kann.

Möglich ist einseitige oder beidseitige Sperrung der Tauentzienstraße

Noch ist unklar, ob die Straße komplett gesperrt wird oder eine Fahrbahn dann weiter für Taxis, Busse und Fahrräder offen bleibt. Lieferverkehr soll nur bis 10 Uhr morgens die Tauentzienstraße passieren dürfen. Danach soll er auf Seitenstraßen ausweichen. Eine erhöhte Staugefahr sieht Recke dadurch nicht. Da ein Teil der künftigen Fußgängerzone in Tempelhof-Schöneberg liegt, muss sich Charlottenburg-Wilmersdorf mit diesem Bezirk abstimmen, bevor die Probephase starten kann. Recke zufolge will man mit der dortigen BVV ins Gespräch kommen.

Mithilfe der Probephase soll zunächst wissenschaftlich untersucht werden, ob eine Fußgängerzone in dem Gebiet auch auf Dauer sinnvoll ist. „In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität wollen wir testen, welche Auswirkungen das Projekt auf das wirtschaftliche und soziale Leben und die Verkehrsströme hat“, erklärte Recke.

Sperrung der Friedrichstraße dient nicht als Vorbild

Die Friedrichstraße, die im Sommer 2020 von Juni bis September für den Autoverkehr gesperrt wird, diene nicht als Vorbild. „Meiner Meinung nach wurde dort beschlossen, die Straße zu sperren, ohne dass man sich Gedanken um eine sinnvolle Umgestaltung gemacht hat“, so Recke weiter.

Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender des Unternehmer-Verbands AG City, kritisierte den FDP-Antrag. „Die Anrainer wurden bei diesem Vorschlag nicht mitgenommen“, sagte Meier. Insbesondere die Ausgestaltung der entstehenden Freiflächen und die Zuständigkeiten seien noch nicht geklärt. Meier sehe zwar Vorteile für den Handel darin, die Aufenthaltsqualität in der Tauentzienstraße zu verbessern, wenn die Verkehrsführung umgestaltet werde.

Statt einer kompletten Sperrung solle jedoch über den Transport von Passanten nachgedacht werden, die am Kurfürstendamm einkaufen. Ein eigenes Mobilitätskonzept für die Tauentzienstraße haben betroffene Unternehmer bereits innerhalb der Initiative „WerkStadtForum City West“ entworfen.

Auch die CDU ist gegen die Einrichtung einer probeweisen Fußgängerzone. Im Verkehrsausschuss hatte sie als einzige Partei gegen den Antrag gestimmt. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Gerald Mattern, begründete die Ablehnung der Partei damit, dass kein konkretes Konzept vorliege, das Anrainer einbezieht.