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So geht Charlottenburg-Wilmersdorf gegen das Coronavirus vor

Um die Verbreitung des Corona-Virus in Charlottenburg-Wilmersdorf zu vermeiden, setzt das Bezirksamt bisher auf zwei Methoden.

Ein Mensch kommt aus der Abklärungsstelle des Vivantes-Klinikums für das Corona-Virus mit einer Atemschutzmaske.

Ein Mensch kommt aus der Abklärungsstelle des Vivantes-Klinikums für das Corona-Virus mit einer Atemschutzmaske.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Um die Verbreitung des Corona-Virus in Charlottenburg-Wilmersdorf möglichst einzudämmen, setzt der Bezirksstadtrat für Gesundheit und Soziales, Detlef Wagner, auf zwei Methoden. „Zum einen möchte ich die Bürger über Hygiene-Maßnahmen informieren. Zum anderen besteht das Bezirksamt darauf, dass gewisse Vorgaben für Großveranstaltungen eingehalten werden,“ erklärt Wagner.

Am Dienstagnachmittag um 14 Uhr hatten sich bereits 17 Menschen im Bezirk mit dem Coronavirus infiziert. Sie alle befinden sich außer Lebensgefahr, ihr Zustand ist stabil. Infizierte, die keine Symptome zeigen, werden in ihrem Wohnhaus von anderen isoliert. Kranke, die Symptome aufweisen, befinden sich in Krankenhäusern in Quarantäne.

„Bei Veranstaltungen wird Infektionskette zurückverfolgt“

Wagner fordert die Menschen auf, mehrmals am Tag die Hände zu waschen und zu desinfizieren, um eine Ansteckung zu vermeiden. Zudem sollte an Sammelplätzen wie Supermärkten ein Mindestabstand von einem Meter zu anderen gewahrt bleiben.

„Bei Veranstaltungen muss die Infektionskette zurückverfolgt werden können, wenn es zur Ansteckung kommt. Da in unserem Bezirk im Olympia-Stadion und auf dem Messegelände zahlreiche Großveranstaltungen angeboten werden, macht das Bezirksgesundheitsamt den jeweiligen Verantwortlichen bestimmte Vorgaben“, sagt Wagner.

Amtsärzte entscheiden über Corona-Maßnahmen

So müssen Veranstalter sich bereit erklären, an Teilnehmer Fragebögen zu verteilen. Auf den Fragebögen geben die Besucher jeweils Name, Adresse und Anschrift an. Die Daten werden gespeichert. Denn falls sich später herausstellt, dass sich ein Besucher infiziert hat, müssen Vorsichtsmaßnahmen für alle weiteren Teilnehmer getroffen werden. Zudem müssen auf Veranstaltungen Spender mit Desinfektionsmitteln bereitstehen.

Wagner betont, dass über diese Maßnahmen nicht er, sondern die fünf Amtsärzte entscheiden, die für seinen Bezirk tätig sind. Bisher erachten sie die oben vorgestellten Maßnahmen als ausreichend (Stand Dienstag um 14 Uhr). Aufgrund des Coronavirus etwa das Spiel von Hertha BSC gegen den 1. FC Union Berlin am 21. März abzusagen, hält Wagner zu diesem Zeitpunkt für falsch.

Corona-Infektionen im Restaurant von Schauspieler Ben Becker

„Wenn ich den Leuten verbiete, zu einem Ereignis zu gehen, greife ich in ihre Grundrechte ein. Viel mehr appelliere ich an Bürger, bei ersten Anzeichen von Symptomen allen öffentlichen Plätzen fern zu bleiben,“ so Wagner weiter.

Auch bei kleineren Veranstaltungen herrsche ein hohes Infektionsrisiko. So haben sich zehn der insgesamt 17 Corona-Infizierten im Bezirk bei einer Feier im Club „Trompete“ von Schauspieler Ben Becker angesteckt. Alle Besucher dieser Feier befinden sich nun zu Hause in Isolation. „Mich rufen auch Leute an, die mich wegen ihrer Geburtstagsfeier mit 100 Gästen um Rat fragen“, sagt Wagner. Auch ihnen erkläre er dann, sie sollten Abstand von anderen halten und ihre Hände regelmäßig desinfizieren.