Bauarbeiten

Am Glockenturm der Gedächtniskirche fällt das Gerüst

Seit 2015 ist der Glockenturm immer hinter einem Baugerüst versteckt - das ändert sich jetzt für eine kurze Zeit.

Das Gerüst am Glockenturm wird derzeit abgebaut.

Das Gerüst am Glockenturm wird derzeit abgebaut.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE FotoServices

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist eines der populärsten Wahrzeichen Berlins – und mit jährlich rund 1,3 Millionen Gästen das meist besuchte Gotteshaus der Stadt. Seit 2015 war der Glockenturm zum Schutz der Passanten allerdings immer hinter einem Baugerüst versteckt. Das ändert sich jetzt für kurze Zeit: Gebäude der Gedächtniskirche werden bereits seit 2005 Schritt für Schritt saniert

Die fünf Gebäude der Gedächtniskirche werden bereits seit 2005 Schritt für Schritt saniert. Im Anschluss an die Sanierung der Podiumsfläche ist der Glockenturm an der Reihe. Dafür muss er dann wieder eingerüstet werden. Planmäßig sollen die Bauarbeiten im kommenden Herbst beginnen. Präzise könne das allerdings nicht datiert werden, weil die Finanzierung noch nicht stehe, sagt Pfarrer Martin Germer. Die Gemeinde hatte das Land Berlin dafür um einen Zuschuss von neun Millionen Euro gebeten und warte noch auf die Zusage, so Germer. Bis es so weit ist, können Besucher den Glockenturm gerüstfrei bestaunen.

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Der 53 Meter hohe Turm ist Teil des Neubaus der Gedächtniskirche, die 1943 von britischen Bomben weitgehend zerstört wurde. Er besteht aus einer Stahlkonstruktion und Betonwaben, in die jeweils fünf quadratische Glaselemente eingesetzt werden. Die Betonflächen müssen alle 15 Jahre saniert werden. Seit der Turm 1961 fertig gestellt wurde, ist das bereits dreimal passiert – zuletzt im Jahr 2000. „Es ist also wirklich dringend und wünschenswert, dass die Bauarbeiten im Herbst beginnen“, sagt Germer. Im Zuge dieser Arbeiten sollen nicht nur die Betonwaben, sondern über zwei Jahre hinweg auch die über 5000 Glaselemente einzeln entnommen, gereinigt, repariert oder ausgetauscht werden. Die Sanierungsmaßnahmen am Turm seien schon lange geplant gewesen, hätten sich aber immer wieder verzögert, so Germer.

Bauarbeiten an der Gedächtniskirche sollen noch bis 2024 andauern

Insgesamt sollen die Bauarbeiten an den Gebäuden der Kirche noch bis 2024 andauern. Unter anderem wird die Gebäudetechnik des Kirchengebäudes modernisiert und der alte Turm barrierefrei erschlossen. Neben den Sanierungsarbeiten ist auch eine Erweiterung der Ausstellungsräume geplant. Außerdem soll ein Café mit Außenbereich entstehen. Die Kirche wolle mehr Orte schaffen, an denen Besucher verweilen können, so Germer. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 35 Millionen Euro.