Charlottenburg-Wilmersdorf

Kudamm könnte kostenlosen Bus-Shuttle bekommen

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann will den Kudamm aufwerten - zum Beispiel mit einem kostenlosen Bus-Service.

Der Eingang zum U-Bahnhof Kurfürstendamm (Archivbild).

Der Eingang zum U-Bahnhof Kurfürstendamm (Archivbild).

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. Um die Attraktivität der Einkaufsstraße zu erhöhen, will Charlottenburg-Wilmersdorfs Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) einen kostenlosen Bus-Shuttle am Kurfürstendamm einrichten. „Unsere Aufgabe ist es, die äußeren Rahmenbedingungen positiv weiter zu entwickeln“, sagte Naumann im Interview mit der Berliner Morgenpost. „Ich könnte mir einen kostenfreien Shuttleservice zwischen dem U-Bahnhof Wittenbergplatz und dem S-Bahnhof Halensee sehr gut vorstellen.“

Die Shuttle-Busse könnten demnach nach dem Vorbild der „Hop-On-Hop-Off-Busse“ funktionieren, die an bestimmten Stellen halten und an denen die Besucher der City-West aus- und einsteigen könnten. „Das muss nicht unbedingt dort sein, wo auch heute schon die Linienbusse der BVG halten, die sind ja am Kurfürstendamm schon sehr gut ausgelastet“, sagte Naumann. „Dazu müsste es also auch einige bauliche Veränderungen geben, das ist klar.“ Betrieben werden sollen die Shuttle-Busse nach Ansicht des Bezirksbürgermeisters von der BVG.

Am Kurfürstendamm sind gleich mehrere Initiativen geplant

Um den Kurfürstendamm als attraktive Einkaufsstraße zu erhalten, sind derzeit gleich mehrere Initiativen geplant. Gerade erst wurde am Kurfürstendamm der erste Business Improvement District (BID) eingerichtet - ein Zusammenschluss der Anwohner und Geschäftsleute in der City West, die den Kiez rund um die Gedächtniskirche mit privaten Mitteln attraktiver gestalten wollen.

Aus Mitteln des BID könnte nach Auffassung Naumanns die Shuttle-Linie mitfinanziert werden. „Wir sind im Gespräch mit der Händler- und Anliegerinitiative AG City und ihrer neu gegründeten Gesellschaft“, sagte Naumann. „Der BID möchte die Attraktivität des Kurfürstendamms stärken und hat dazu für die kommenden vier Jahre rund acht Millionen Euro zur Verfügung“, sagte Naumann. „Aber natürlich will ich auch schauen, ob man ein solches Projekt vielleicht auch auf Landesebene finanziell unterstützt.“

Naumann begrüßt Idee einer Fußgängerzone am Kudamm

Den Plänen der AG City West, eine - temporäre - Fußgängerzone am Kurfürstendamm einzurichten, begrüßt Naumann. „Für diese Idee, die ja ursprünglich die Grünen und die FDP im Bezirk einschließlich der grün geführten Senatsverkehrsverwaltung aufgebracht haben, bin ich persönlich grundsätzlich offen“, sagte Naumann. „Klar muss aber sein, dass die Anrainer und Händler eine solche versuchsweise Schließung eines Straßenabschnitts zwischen Wittenbergplatz und Joachimsthaler Straße mittragen müssen, über ihre Köpfe hinweg werden wir da sicher nichts veranlassen.“ Vor einer endgültigen Sperrung der Straße müsste das Projekt allerdings zunächst mit einer temporären Sperrung getestet werden.

Der BID Kurfürstendamm/Tauentzien hat bereits erste Schritte zur Aufwertung des Kurfürstendamms eingeleitet. Seit Herbst werden so bereits „City Guides“ finanziert, die Präsenz zeigen und Passanten Auskünfte geben sollen. Außerdem wurde mit der BSR eine zusätzliche Reinigung verabredet. Die BSR soll deshalb täglich von 6 bis 22 Uhr auf dem gesamten Abschnitt zwischen Wittenbergplatz und Uhlandstraße im Einsatz sein, heißt es. Dafür zahlt der BID 34.000 Euro pro Jahr.

Kudamm steht vor einem erheblichen Wandel

Der BID Kudamm/Tauentzien sieht darüber hinaus für die nächsten Jahre weitere Maßnahmen vor, um den Einkaufsboulevard weiterzuentwickeln. So ist öffentliches, kostenloses WLan geplant. Für den wohl größten sichtbaren Unterschied sollen die Pläne für den Mittelstreifen im Bereich des Kurfürstendamms und der Tauentzienstraße sorgen. Dazu wurde bereits ein neues, thematisch wechselndes Begrünungskonzept erarbeitet. Die neue Bepflanzung soll den Mittelstreifen stimmungsvoller machen, heißt es, zum Flanieren einladen, aber auch zum Ausruhen genutzt werden. Außerdem soll ein Raum für Kunst und Performances entstehen.

Insgesamt steht der Kurfürstendamm vor einem erheblichen Wandel. Derzeit wird das Kudamm-Karree um- und neu gebaut. Es entstehen dort ein Hotel, ein Fitnessstudio, Büroräume für Unternehmensgründer und 1000 Fahrradstellplätze. Umbaupläne gibt es auch für Karstadt und auf dem Gelände des ehemaligen KaDeWe-Parkplatzes entsteht ebenfalls ein neues Geschäftshaus.

Verkaufsfläche in Berlins Shopping-Centern geht zurück

Die verschiedenen Initiativen sind auch aus Sicht des Handelsverbandes notwendig. Da immer mehr Menschen auf Internetplattformen einkaufen, gehen auch in Top-Lagen die Besuchszahlen eher zurück, registriert der Verband. Deshalb müssen die Einkaufsstraßen die Aufenthaltsattraktivität erhöhen, um weiter Kunden anzuziehen.

In den verschiedenen Einkaufscentern der Stadt wird nach Angaben des Handelsverbandes bereits auf die veränderten Kundenerwartungen reagiert. Hier geht demnach die Verkaufsfläche zurück, dagegen werden die Flächen, auf denen sich die Besucher aufhalten, essen und entspannen können, erhöht. Das gelte es auch am Kurfürstendamm umzusetzen.