Versteigerung

Exponate aus Beate-Uhse-Museum kommen unter den Hammer

Am Sonnabend werden fast 1000 Objekte aus dem ehemaligen Berliner Museum versteigert. Darunter sind Bilder und Skulpturen.

Seit 2014 gibt es das Erotikmuseum nicht mehr.

Seit 2014 gibt es das Erotikmuseum nicht mehr.

Foto: Krauthöfer

Berlin. Ein Fruchtbarkeitsschrein, Phallussymbole, Erotikstühle, aber auch Skulpturen und Bilder können seit Dienstag und bis kommenden Sonnabend online ersteigert werden. Diese Gegenstände waren einst im Berliner Beate-Uhse-Museum in der City West ausgestellt. Mehr als 500 Objekte kommen beim Auktionshaus Historia unter den Hammer.

Die Unternehmerin Beate Uhse unterhielt das Museum zwischen 1996 und 2014 an der Kant- Ecke Joachimsthaler Straße in Charlottenburg. Eine Wiedereröffnung an einem neuen Standort wurde zunächst angestrebt, konnte jedoch nicht realisiert werden. Mittlerweile wurde das Haus auch abgerissen.

Ersteigern kann man erotische Sujets aus der ganzen Welt und den verschiedensten Epochen, wie das Auktionshaus mitteilt, darunter Kunstwerke unter anderem von Heinrich Zille, erotische Wiener Bronzen, afrikanische, südamerikanische und asiatische Skulpturen, ost-asiatische und indische Malereien, Porzellane, Elfenbeine, Miniaturen, Uhren, originelle Kleinobjekte, Fotografien, Textilien und Mobiliar.

Hervorzuheben sind beispielsweise seltene frühe Kondome aus Frankreich sowie drei Armlehnstühle, die frei nach dem Vorbild des sagenumwobenen erotischen Kabinetts der russischen Zarin Katharina II. (1729–1796) angefertigt wurden. Von dem Erlös sollen die Gläubiger des mittlerweile insolventen Erotikversands aus Flensburg ausgezahlt werden. Die Gründerin des Erotikhandels, Beate Rotermund-Uhse (1919–2001), war eine Pionierin der Erotikbranche. Die Kunstflug-Pilotin gründete nach dem Zweiten Weltkrieg in Flensburg den ersten Sexshop der Welt und betrieb außerdem über viele Jahre Aufklärungsarbeit für einen offeneren Umgang mit der Sexualität. 1989 wurde Beate Uhse das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Ihr Unternehmen ist die Dachmarke für Webshops und Geschäfte in acht europäischen Ländern. Die seit 1999 an der Börse gelistete Beate Uhse AG hatte Ende 2017 Insolvenz beantragt und wurde an den Finanzinvestor Robus Capital verkauft. Doch auch er hatte keinen Erfolg. Anschließend übernahm die niederländische EDC Gruppe den Online-Handel von Beate Uhse. Heute werden nach Branchenschätzungen weniger als 20 Sexshops in Deutschland betrieben – unter anderem auch auf der Oranienburger Straße in Mitte.

Die Exponate aus dem Beate-Uhse-Museum können Sie hier auf den Seiten des Auktionshauses Historia sehen.