Baubeginn

Ein Spielplatz für Eichkamp und Heerstraße

Sie haben lange darauf gewartet und alles geplant. Nun hat das Bezirksamt den Siedlern eine Fläche für einen Spielplatz zur Verfügung gestellt.

Neuer Spielplatz für Eichkamp: (v.l.) Jugendstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD), Uwe Neumann vom Siedlerverein Eichkamp und Kerstin Bröring vom Siedlerverein Heerstraße

Neuer Spielplatz für Eichkamp: (v.l.) Jugendstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD), Uwe Neumann vom Siedlerverein Eichkamp und Kerstin Bröring vom Siedlerverein Heerstraße

Foto: Carolin Brühl

Charlottenburg. Der Zaun steht immerhin schon. Die groben Hölzer passen sich gut dem Ambiente der beiden an den Grunewald grenzenden Wohnsiedlungen Eichkamp und Heerstraße an. Das Gatter soll dazu beitragen, dass Kinder, die den Spielplatz künftig nutzen wollen, nicht spontan auf die Waldschulallee hinauslaufen, und er soll verhindern, dass Besucher des Mommsenstadions ihre Autos auf der Brachfläche abstellen. Nicht verhindern kann das rustikale Geländer aber, dass Wildschweine auf der Brache nach Futter wühlen. Erst in den vergangenen Tagen haben sie die Wiese wieder einmal gründlich umgepflügt.

Noch keine Lösung für das Wildschwein-Problem

„Das sind sozusagen bauvorbereitende Maßnahmen“, scherzt Jugendstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) und räumt ein, dass man sich gegen den unwillkommenen Zutritt der Tier noch etwas ausdenken müsse. Den Zaun mit Drahtgittern zu verdichten, bringe ja nicht wirklich etwas. „Die Tiere können bis zu 1,50 Meter aus dem Stand überspringen“, sagt sie. „Vielleicht kommen die Wildschweine ja nicht nicht mehr, wenn der größte Teil der Fläche mit Sand bedeckt ist“, hofft Uwe Neumann vom Siedlerverein Eichkamp.

Der Spielplatz für die Siedlungen Eichkamp und Heerstraße ist ein alter Traum der Bewohner. „Klar können unsere Kinder auch in den Gärten rund um unsere Häuser spielen, aber so ein Spielplatz ist mehr. Wir wünschen uns, dass er zu einem Treffpunkt für alle Menschen in den beiden Siedlungen wird“, sagt Kerstin Bröring vom Siedlerverein Heerstraße. Kindergeburtstage sollten da gefeiert werden können oder einfach auch nur Picknicks abgehalten werden können.

Pläne für den Spielplatz wurden mehrfach verworfen

Unter dem ehemaligen Baustadtrat Marc Schulte gab es 2017 schon einmal Pläne für einen Spielplatz am Kühlen Weg. „Doch dann fehlte wieder das Geld und die Pläne wurden verworfen“, sagt Neumann.

Ein Jahr später haben sich dann die Liberalen für den Wunsch der Siedler verwendet und das Bezirksamt aufgefordert, die Bemühungen des Arbeitskreises „Ein Spielplatz für Eichkamp“ zur Errichtung eines öffentlichen Spielplatzes in der Siedlung zu unterstützen und gegebenenfalls die Spielplatzentwicklungsplanung des Bezirks entsprechend anzupassen. Alternativ sollte das Bezirksamt prüfen, ob der bestehende Spielplatz einer der Schulen im Viertel, wie der Ernst-Adolf-Eschke-Schule in der Waldschulallee, nachmittags und am Wochenende öffentlich zugänglich gemacht werden kann. Doch auch diese Idee kam nicht zu Zuge.

Jetzt hat das Bezirksamt endlich die Brachfläche vor dem Mommsenstadion zur Verfügung gestellt, das Grünflächenamt den Zaun aufgestellt. „Wir freuen uns sehr“, sagt Kerstin Bröring. Hier im Viertel halten sich ja nicht nur Kinder auf, die hier wohnen, hier gibt es fünf Schulen und etliche Sportvereine, deren Nachwuchs den Spielplatz gern nutzen würden, sagt sie.

Doch damit das Grünflächenamt auch die Pflege für den Spielplatz übernimmt, muss er auch als solcher ausgestattet werden. Jugendstadträtin Schmitt-Schmelz verspricht die Mittel für eine Doppelschaukel, zwei Bänke und ein Wipptier locker zu machen. Geld um einen neuen Spielplatz zu bauen hat der Bezirk nämlich immer noch nicht. „Später einmal, wenn er fertig ist, und es um die Renovierung geht, dann können wir wieder helfen“, sagt die Stadträtin. Für die Bauphase könnten FEIN-Mittel, also Geld für Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften, bereitgestellt werden.

Ein großes Klettergerüst für den Spielplatz fehlt noch

Vorerst müssen die beiden Siedlervereine deshalb selbst Hand anlegen, um aus dem Areal im Dreieck zwischen Waldschulallee, Harbigweg und Mommsenstadion ihre Begegnungszone zu bauen. „Wir haben schon Spenden gesammelt und auch ein Zusagen für einige mehr“, sagt Neumann. Auch ein Wettbewerb der Berliner Sparkasse sei gewonnen worden und habe 1000 Euro in die Vereinskasse gespült. Eine Familie habe eine Wippe versprochen. „Und der SCC spendiert eine Tischtennisplatte“, verspricht Vereinsgeschäftsführer Andreas Himmer, der zufällig vorbeikommt. „So eine Tischtennisplatte habe ja auch etwas mit Sport zu tun, dass passe gut, sagt er. Die beiden Siedlervereine wünschen sich aber noch ein großes zentrales Klettergerät. „Das kann schon mal 20.000 bis 25.000 Euro kosten“, sagt Neumann. Dafür müssten weitere Spenden gesammelt werden. Mit dem Bauen anfangen wollen die Siedler aber schon in diesem Sommer. „Dann wächst der Spielplatz eben so nach und nach“, sagt Bröring.

Information

Wer den Siedlerin helfen möchte, findet Informationen unter: https://hauseichkamp.de/unterstuetzung-fuer-den-spielplatz-eichkamp/