Antrag

Fridays for Future: AfD fordert Unterricht am Sonnabend

Die AfD-Fraktion in Charlottenburg-Wilmersdorf beantragt, Schulausfall der Fridays-for-Future-Proteste sonnabends zu kompensieren.

Eines der Themen 2019: Die Fridays-for-Future-Proteste, für die auch in Berlin viele Schüler dem Unterricht fern blieben.

Eines der Themen 2019: Die Fridays-for-Future-Proteste, für die auch in Berlin viele Schüler dem Unterricht fern blieben.

Foto: Jens Büttner / dpa

Berlin. 
  • Bei Fridays for Future demonstrieren jeden Freitag Schüler für das Klima.
  • Viele schwänzen für Fridays for Future den Unterricht.
  • Die AfD-Fraktion von Charlottenburg-Wilmersdorf fordert jetzt Unterricht am Sonnabend, um den Stoff nachzuholen.

„Das Bezirksamt wird gebeten, sich beim Berliner Senat dafür einzusetzen, dass die Schüler und Lehrer, die an Fridays for Future Demos teilnehmen, die Möglichkeit erhalten den ausgefallenen Unterrichtsstoff nachzuholen.“ Mit diesem Antrag der AfD-Fraktion soll sich an diesem Dienstag der Schulausschuss des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf beschäftigen.

Fridays-for-Future-Demonstranten sollen Unterricht nachholen

Zur Begründung heißt es weiter: „Zu bedenken ist dabei besonders, dass Berlin beim Pisa-Bildungsvergleich nur auf Platz 16 aller Bundesländer liegt. Wir regen an, dass der ausgefallene Unterrichtsstoff sonnabends nachgeholt wird, vorzugsweise von jenen Lehrkräften, welche die Schüler freitags begleitet haben.“

Antrag bewusst provokativ formuliert

„Dieser Antrag ist bewusst ein wenig provokativ gestellt“, räumt AfD-Fraktionschef Dr. Michael Seyfert. Es ist uns schon klar, dass da dann allerhand zu regeln wäre, wenn Schulen an den Sonnabenden geöffnet oder Lehrer dafür abgestellt werden müssten.“ Grundsätzlich wolle die AfD aber schon einen ernsthaften Denkanstoß geben, dass sich die Schulverwaltung mit dem Thema Unterrichtsausfall, zum Teil auch Schulschwänzen, im Zusammenhang mit den Klimademonstrationen auseinandersetze und nicht tatenlos dabei zusehe.

AfD-Fraktionschef zeigt Verständnis für Fridays for Future

Verständnis hat Seyfert schon für das Anliegen der Jugendlichen. „Ich bin ja selber ein Alt-68er. Wir haben ja auch gegen und für alles Mögliche gestreikt. Protest gegen Vietnam-Krieg war wichtiger als Walther von der Vogelweide.“ Im Rückblick denke er aber: „Mit Bestreiken von Unterricht haben wir uns letztlich eher selber geschadet.“

Aus der Senatsschulverwaltung, die Adressat der Forderung ist, kam am Dienstag lediglich das lapidare Statement: „Rechtlich ist Samstagsunterricht in Berlin gar nicht einfach so möglich. Denn prinzipiell ist samstags unterrichtsfrei“, sagte Sprecher Martin Klesmann.

Im Ausschuss hatte der Antrag indes keine Chance: Er wurde mit nur einer Ja-Stimme, zehn Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen abgelehnt.