Baudenkmal

Denkmalgeschütztes Gebäude in Charlottenburg abgerissen

Das alte Kessel- und Turbinenhaus auf dem Schering-Gelände ist verschwunden. Die Eigentümergesellschaft setzte sich über den Baustopp hinweg.

Die Reste des alten Kesselhauses auf dem ehemaligen Schering-Gelände

Die Reste des alten Kesselhauses auf dem ehemaligen Schering-Gelände

Foto: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf

Charlottenburg ist um ein Denkmal ärmer. In einer auch für die bezirkliche Bau- und Denkmalschutzbehörde ungewöhnlichen Weise hat sich der Eigentümer über den Denkmalschutz hinweggesetzt und das alte Kessel- und Turbinenhaus der ehemaligen Schering-Werke an der Max-Dohrn-Straße abgerissen.

„Das Gebäude stammte aus dem Jahr 1958 und war ein Stück Industriegeschichte Charlottenburgs. In die Denkmalliste wurde es 2012 eingetragen“, erklärte Renzi Karaalp, der Leiter für Rechtsangelegenheiten des Bezirksamts.

Bezirk wollte Abriss des Baudenkmals nicht genehmigen

„Wir haben festgestellt, dass das Haus im Oktober von der Eigentümergesellschaft zu zwei Dritteln abgerissen worden war, obwohl es dafür keine denkmalrechtliche Genehmigung gab“, so Karaalp weiter. Zudem sei dem Eigentümer schon im Juli deutlich gemacht worden, dass der Bezirk einen Abriss nicht genehmigen würde.

Obwohl die Bauaufsicht für die Reste ein sofortiges Abrissverbot ausgesprochen hatte, habe der Bauleiter der Eigentümerfirma nur einen Tag später mitgeteilt, dass nun auch der Rest der Ruine eingestürzt sei. „Ob da nachgeholfen wurde, können wir nicht sagen“, erklärte Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne), das sei nun Inhalt diverser straf- und denkmalschutzrechtlicher Ermittlungen. Schruoffeneger will zudem die gewerberechtliche Zuverlässigkeit des Firmengeschäftsführers überprüfen lassen.

Bauvoranfragen für Hotel oder Büronutzung

Der Behörde zufolge gibt es bereits Bauvoranfragen für eine Hotel- oder Büronutzung an dieser Stelle. „Doch da ist noch nicht das letzte Wort gesprochen“, so der Stadtrat.