Ausflugstipp

Betriebsam und beschaulich: Sightseeing in Charlottenburg

Vom Theodor-Heuss-Platz führt unser Spaziergang vorbei am Lietzensee bis in die City-West rund um den Breitscheidplatz.

Nächtlicher Lichterglanz rund um den Theodor-Heuss-Platz in Charlottenburg.

Nächtlicher Lichterglanz rund um den Theodor-Heuss-Platz in Charlottenburg.

Foto: imago images / Schöning

Charlottenburg. 

Der Fokus der öffentlichen Wahrnehmung liegt auf den Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt wie Brandenburger Tor, Fernsehturm oder Museumsinsel. Da haben es selbst herausragende Bauwerke schwer, sich im Gedächtnis der Stadt einen Platz zu sichern.

So geht es auch einem der stattlichsten Vertreter deutscher Bauingenieurskunst, dem Berliner Funkturm. Der findet kaum Erwähnung, lediglich bei bestimmten Veranstaltungen dient er als Orientierungshilfe für Messebesucher. Dabei ist der kapitale Stahlkoloss 93 Jahre alt und mit fast 147 Metern Höhe nach dem Fernsehturm am Alexanderplatz das zweithöchste öffentlich begehbare Bauwerk der Stadt – mit Aussichtsplattform und Restaurant.

Vom beschaulichen Westend in die betriebsame Innenstadt

Vorbei am Funkturm geht der Ausflug über knapp fünf Kilometer vom Theodor-Heuss-Platz quer durch Charlottenburg bis zum Breitscheidplatz mit Blick auf markante Bauten und Plätze, die das Stadtbild prägen. Start ist an der Heerstraße Ecke Pommernallee, wo das Kabarett-Theater „Die Wühlmäuse“ im 90 Jahre alten einstigen Amerikahaus seine Spielstätte hat. Es geht in Richtung Messe, mit Blick auf das RBB-Rundfunkhaus mit Sendeturm. Auf der Masurenallee passiert man das Messegelände und den Eingang zum Funkturm. Auf der anderen Straßenseite ist der Zentrale Omnibusbahnhof Berlin (ZOB), der derzeit erweitert und modernisiert wird.

Während dort die Arbeiten in vollem Gang sind, wartet ein weiteres Ex-Wahrzeichen der Stadt auf seine geschätzt mehrere Hundert Millionen Euro teure Asbestsanierung und Modernisierung: das einstige Internationale Congress Centrum ICC am Messedamm, den wir durch einen Fußgängertunnel unterqueren. Die im Volksmund wegen ihrer Größe und regelmäßigen Verschmutzung „Tunnel des Grauens“ genannte Unterführung ist beliebte Filmkulisse, soll aber wegen der erheblichen Unterhaltskosten zugeschüttet werden.

Über die Neue Kantstraße gelangt man zum Lietzensee-Park. Die Treppe hinab geht es zum Lietzensee, der Weg startet in nördlicher Richtung und führt um den See herum. Dort liegt am Wasser das Café Stella mit Terrasse – eine beliebte Freiluftrestauration.

Antiquitäten und Delikatessen

Aus dem Park heraus geht es über die Steifensandstraße entlang zur Suarezstraße. Deren Abschnitt zwischen Kantstraße und Bismarckstraße ist ein Dorado der Antikhändler. Hinter der Suarezstraße beginnt die Pestalozzistraße. An der Ecke gibt es besondere Läden für Marzipan, Knöpfe und Käse. Weiter gen Süden geht es über die Windscheid-, Fritsche-, Kaiser-Friedrich-Straße bis zur Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße. Die beliebte Einkaufsmeile ist derzeit sichtbar mit zahlreichen Umbauarbeiten und Geschäftswechseln auf der Suche nach einer neuen, zeitgemäßen Identität. Kurz hinter der „Wilmersdorfer“ beginnt der Karl-August-Platz mit der aufragenden Trinitatis-Kirche.

Die Pestalozzistraße entlang geht es über die Leibnitz-, Wieland-, Schlüter- und Bleibtreu- bis zur Grolmanstraße, in die rechts hinein zum Savignyplatz. Von dort erblickt man die ersten Vorboten der City-West-Skyline: das 54 Meter hohe KapHag-Haus mit Kant-Segel, dahinter die Hochhäuser „Upper West“ und „Zoofenster“ mit je 119 Metern Höhe. Sie überragen die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (einst 113 Meter hoch, jetzt 71 Meter) und das Europa-Center (103 Meter) am Breitscheidplatz.

Hoch hinaus Funkturm Berlin, Eingang Ost Messedamm, Charlottenburg, Tel. 30 38 19 05, www. funkturm-messeberlin.de, Aussichtsplattform geöffnet Di.–Fr. 14–22 Uhr, Sbd./So. 11–22 Uhr, Funkturm-Restaurant Di.–Fr. 18–23 Uhr, Sbd./So. 11.30–23 Uhr, Eintritt: Plattform 6/3 Euro, Restaurant 3/2 Euro

Frisch gekauft Wochenmarkt Karl-August-Platz, Krumme Straße 23, Charlottenburg, Geöffnet Mi. 7–13.30 Uhr, Sbd. 7–14 Uhr

Gut zu Fuß Der Ausflug vom Theodor-Heuss-Platz bis zum Breitscheidplatz geht über fünf Kilometer und dauert (reine Laufzeit) ungefähr eine Stunde.

Hin und weg Zum Startpunkt mit der U2 oder den Bussen der BVG, am Ziel gute Verkehrsanbindung vom Bahnhof Zoologischer Garten.