Kunst

Jugendkunstschule stellt einen Buddha auf den Kudamm

Die mongolischen Künstlerin Odmaa Uranchimeg hat mit Kindern der Jugendkunstschule eine Skulptur mit 130 Glocken geschaffen.

Der Buddha der Jugendkunstschule steht seit Montagabend auf dem Mittelstreifen des Kudamms

Der Buddha der Jugendkunstschule steht seit Montagabend auf dem Mittelstreifen des Kudamms

Foto: Carolin Brühl

Charlottenburg.  Sie haben viel gelernt von der mongolischen Künstlerin Odmaa Uranchimeg, die Mädchen und Jungen der Jugendkunstschule. Nicht nur, wie man Glocken aus Ton formt und zum Klingen bringt, sondern auch, welche Bedeutung Glocken für die Bewohner der mongolischen Steppe haben. Dort nämlich hängen Eltern ihren Kinder Glöckchen um, damit sie hören können, wie weit sie sich von ihrer heimatlichen Jurte entfernen. Im Getöse des Kudamms wäre ein solches Glöckchen vermutlich nicht zu hören. Darum haben sie der stilisierten Buddha-Figur auch gleich 130 tönerne Klangkörper angehängt.

„Glockenklang“ heißt die Skulptur, die Kulturstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) gemeinsam mit der Leitern der Jugendkunstschule, Karin Fortriede-Lange am Montagabend enthüllt haben.

Austausch mit Künstlern in der Mongolei

Odmaa Uranchimeg lebt als Künstlerin in der Mongolei und war im Rahmen eines Künstleraustausches mit der Berliner Partnerstadt Ulan-Bator vier Wochen lang im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zu Gast und initiierte die Skulptur als kunstpädagogisches Projekt. In Workshops erarbeitete sie mit den Schüler der Jugendkunstschule Glocken aus Ton und vermittelte dabei auch die Traditionen der Nomaden vermittelte.

Das Projekt ist Teil eines Künstler- und Fachkräfte-Austauschprogramms, das im Jahr 2019 anlässlich des 45-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen der Mongolei und Bundesrepublik Deutschland in Berlin und Ulan-Bator stattgefunden hat. Es wurde dank der Kulturgesandten der Mongolei in Deutschland, des Arts Media Project Management Consulting non-profit Organisation, der Jugendkunstschule Charlottenburg-Wilmersdorf sowie des Freundeskreises der Jugendkunstschule gemeinsam initiiert und in Kooperation mit dem mongolischen Kinderzentrum für Kreativität in der Mongolei durchgeführt. 2020 soll es mit Unterstützung des mongolischen Ministeriums für Bildung und Kultur fortgesetzt werden.

Prominenter Ort als Wertschätzung des kindlichen Bildungsprozesses

Schmitt-Schmelz hob die Bedeutung der kulturellen Bildung für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen hervor. Dass an diesem prominenten Ort, Kinder und Jugendliche der Jugendkunstschule in Zusammenarbeit mit Künstlern Projekte für jeweils drei bis vier Monate vorstellen können, sei als Zeichen der Wertschätzung dieser Bildungsprozesse zu verstehen.