Antisemitismus

Anschlag auf Wahlkreisbüro von Bundestagsabgeordnetem

Nach einem Vortrag des Antisemitismus-Beauftragten Felix Klein wurden alle Scheiben des Lokals in Wilmersdorf eingeschlagen.

Anschlag auf Wahlkreisbüro

Anschlag auf Wahlkreisbüro

Foto: Privat

Wilmersdorf. In der Nacht zu Dienstag wurde ein Anschlag auf das Bürgerbüro „Café Wahlkreis“ des Bundestagsabgeordneten Klaus-Dieter Gröhler (CDU) an der Zähringer Straße in Wilmersdorf verübt. Dabei wurden alle fünf Schaufensterscheiben des Wahlkreisbüros zerschlagen. Die Scheiben wurden nach Anwohneraussagen von mehreren Tätern eingeschlagen. Nun ermittelt der Staatsschutz.

Klaus-Dieter Gröhler glaubt an antisemitisches Motiv

„Dass die Scheiben meines Wahlkreisbüros wenige Stunden nach der Veranstaltung mit Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, eingeschlagen worden sind, ist sicher kein Zufall“, sagte Gröhler am Morgen. Er werde sich aber nicht einschüchtern lassen, sondern als frei gewählter Abgeordneter weiter die Themen öffentlich diskutieren, die er für richtig halte. Gröhler verwies auf den nächsten Vortrag am 27. November mit dem Bundestagsabgeordneten Michael Brand zum Thema: „Nach dem Mord an Walter Lübcke: Wie sich Demokraten gegen Extremisten wehren müssen“.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Grosse-Brömer, betonte: „Angriffe auf Abgeordnete und ihre Wahlkreisbüros sind zugleich Angriffe auf die parlamentarische Demokratie. Wir lassen uns von solchen niederträchtigen Attacken weder beeindrucken noch einschüchtern.“ Der Berliner CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner sagte: „Es darf in Berlin keinen Platz für Hass, Gewalt und Extremismus geben. Das Gift des Antisemitismus muss überall bekämpft werden.“

In Berlin gehören Drohungen gegen Politiker zum Alltag. Häufig würden sich diese Ankündigungen von Gewalt nicht mehr auf den digitalen Raum beschränken, heißt es. Eine Zusammenstellung der Berliner Polizei für das Jahr 2018 listet 36 Attacken gegen Parteibüros auf.

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